Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:38

von Michael Salzer

Was bringt die Europhorie?. Michael Salzer über die wichtige Wechselwirkung von Passiv- und Aktiv-Sport.

Wer hätte das alles vor zwei Jahren gedacht? Österreich ungeschlagen auf Rang eins in der Quali-Gruppe, vor Russland und Schweden, erstmals auf sportlichem Weg für eine EM qualifiziert. Nummer zehn in der FIFA-Weltrangliste. Acht Jahre nach der mageren Bilanz bei der Heim-EM (1:3 Tore, 1 Punkt) ist tatsächlich die große „Europhorie“ ausgebrochen – diesmal zurecht!

Grundsätzlich ist es ein gewaltiger Impuls und Werbung für den Sport allgemein. Doch ob dies ausreicht, um die immer größeren personellen Probleme in der Waldviertler Sportszene auszubügeln? Wohl eher nicht. Im Gegenteil: Während der Euro 2016 werden noch mehr Leute vor dem Fernseher sitzen, also in dieser Zeit keinen aktiven Sport betreiben.

Wie eine erfolgreiche Zukunft im regionalen Sport aussehen könnte, hat zuletzt ein Beispiel gezeigt: Beim „Balls & Beats“ in Waidhofen wurde zeitgleich unter einem Dach Fußball und Volleyball gespielt, bunte Spielgemeinschaften mit Leuten aus verschiedenen Vereinen und Orten gebildet. Schließlich verfolgen alle ein gemeinsames Ziel: Weg vom Fernseher oder Smartphone, in Bewegung bleiben, Spaß haben. Das ist noch wichtiger als die EM-Qualifikation des ÖFB-Nationalteams.