Erstellt am 01. Oktober 2015, 06:22

von Brigitte Lassmann-Moser

Zu lange Wartezeiten. Grafenschlägerin wurde nach zwei Stunden Wartezeit wieder heimgeschickt. Klinikum entschuldigt sich.

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Kritik an langen Wartezeiten in der Diabetikerambulanz am Landesklinikum Zwettl übt eine Patientin. Das Klinikum hat sich bereits entschuldigt. Ruth Ertl aus Grafenschlag (36) ist berufstätig, hat zwei Kinder und einen täglich 24 Stunden zu betreuenden Typ 1 Diabetes. „Diese chronische Erkrankung hat zur Folge, dass ich täglich mindestens eine Stunde Zeit damit verbringe, Blutzucker zu messen, Kohlenhydrate zu errechnen, Insulinmengen zu berechnen, Insulin zu spritzen und das Ganze digital in ein Diabetestagebuch einzutragen“, so Ertl. Zudem muss sie regelmäßig zum Hausarzt zur Blutabnahme, dann die Laborbefunde abholen und mit diesen zum behandelnden Diabetologen in die Diabetesambulanz .

„Als chronisch Kranker Mensch
braucht man in unserem Gesundheitssystem
viel Zeit, Geduld und Nerven.“
Ruth Ertl

„Die Termine werden vorab vergeben, manchmal bekomme ich auch noch einen geänderten Termin per Telefon mitgeteilt, wie dieses Mal auch wieder.“ Um 8 Uhr kam sie in der Klinik an, wartete zwei Stunden, um dann gesagt zu bekommen, dass der Arzt an diesem Tag nicht mehr komme. Ob sie nicht morgen wiederkommen könne. „Wer erstattet mir meine Zeit, die ich im Wartezimmer sitze und nicht meiner Arbeit nachgehen kann? Die Benzinkosten und Parkgebühren?“, fragt Ertl. „Als chronisch Kranker Mensch braucht man in unserem Gesundheitssystem viel Zeit, Geduld und Nerven.“

„Die Mitarbeiter des Landesklinikums Zwettl sind stets bemüht, eine optimale Betreuung für alle Patienten zu gewährleisten“, heißt es dazu auf Anfrage der NÖN in einer Stellungnahme seitens des Landesklinikums. „Für die aufgetretene Wartezeit bzw. den Ausfall des Termins in der Diabetesambulanz wurde mit Ruth Ertl bereits durch den behandelnden Arzt das Gespräch gesucht bzw. eine persönliche Entschuldigung ausgesprochen. Die Terminkollision kam aufgrund eines Personalengpasses, hervorgerufen durch akute Krankenstände, zustande.“