Erstellt am 06. November 2015, 05:57

von Brigitte Lassmann-Moser

Milchpreis ist stabil. Kammerobmann Dietmar Hipp fordert „grünen Diesel“ und lehnt Biosphärenpark ab.

Vollversammlung der Bezirksbauernkammer Zwettl: Landeskammerrat Martin Frühwirth, Kammerobmann-Stellvertreter Josef Maurer, Landtagsabgeordneter Franz Mold, Landeskammerrätin Renate Schrenk, Kammerobmann Dietmar Hipp, Kammersekretär Bernhard Löscher, Kammerobmann-Stellvertreter Alois Schmutzer, Landeskammerrat Paul Glaßner und der Forstberater der Kammer, Werner Sinn (v. l.).  |  NOEN, Foto: Brigitte Lassmann-Moser

Zur Vollversammlung lud die Bezirksbauernkammer Zwettl am Freitag, 30. Oktober, in ihr Haus ein. Im Mittelpunkt standen Themen wie der Milchpreis, der Agrardiesel und die

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Die Freiheitliche Bauernschaft und UBV brachten drei Dringlichkeitsanträge ein. Dabei ging es um einen gestaffelten Milcherzeugerpreis, die Wiedereinführung einer Mineralölsteuerrückvergütung für Agrardiesel sowie die strikte Ablehnung der Freihandelsabkommen, allen voran TTIP. Die ÖVP-Fraktion einigte sich in einer internen Beratung, diese Dringlichkeitsanträge nicht abzulehnen, sonder sie wurden einstimmig in die zuständigen Fachausschüsse zur eingehenden Beratung zugewiesen.

Kammerobmann Dietmar Hipp ging in seinem Bericht auf die Rohstoffmärkte und den Milchpreis ein. „Der Erzeugermilchpreis befindet sich derzeit auf einem schwachen, aber stabilen Niveau“, so Hipp. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Milchmenge anstieg, das aber bei weniger anliefernden Betrieben. Außerdem forderte Hipp nicht nur eine steuerliche Vergünstigung für Agrardiesel, sondern die tatsächliche Einführung eines „grünen Diesels“, der rein der Landwirtschaft vorbehalten bleibt und Chancengleichheit in Europa bringe.

„Ich sehe keine Vorteile für Landwirte
in einem Biosphärenpark.“
BBK-Obmann Dietmar Hipp

Für Unbehagen in der Landwirtschaft sorgt das Thema „Biosphärenpark“. Einen solchen will das Wirtschaftsforum Waldviertel in der Region einrichten. Biosphärenparks wurden von der UNESCO 1976 eingeführt. Sie sollen dazu beitragen, in allen Teilen der Welt großflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten. Dieses Thema ist jedoch in der Bauernschaft ein Aufregerthema.

„Die Bewirtschaftung ist schon jetzt in gewissen Bereichen sehr eingeschränkt und dem Naturschutz untergeordnet“, so Hipp. Ein Biosphärenpark würde den Landwirten noch weniger Spielraum geben. „Ich sehe keine Vorteile für Landwirte in einem Biosphärenpark“, findet der Kammerobmann klare Worte.

Nach seinem Bericht erläuterte Dietmar Hipp die Aufgaben eines Kammerrates, die ein wichtiges Bindeglied zwischen Bauern und Kammer sind. Außerdem wurden in dieser Sitzung Bezirksbauernkammerräte, die bei der konstituierenden Sitzung im April nicht anwesend waren, angelobt und ausgeschiedene Funktionäre geehrt.
Im Rahmen der Berichterstattung erteilte Gernot Ruth, Geschäftsführer des NÖ Genetik-Rinderzuchtverbandes Gerüchten, nach der Molkerei könnte auch der Rinderzuchtverband aus Zwettl abgesiedelt werden, eine klare Absage: „Zwettl ist ein wichtiger Standort für uns, eine Verlegung nach Bergland ist kein Thema!“