Erstellt am 09. März 2016, 12:29

Milder Winter verkürzt Saisonarbeitslosigkeit. Im Februar gab es im Vergleich zum Monat zuvor um 10,2 % Jobsuchende weniger. Altersarbeitslosigkeit bleibt Problem.

AMS-Leiter Kurt Steinbauer, die AMS-Beraterinnen Claudia Doleschal und Petra Zeilinger und Arbeiterkammer-Leiter Jürgen Binder laden am 15. März zum Info-Tag für Wiedereinsteigerinnen ein.  |  NOEN, privat
Gesunken ist die Arbeitslosigkeit im Februar dank des heuer recht milden Winters: Ende des Monats waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl insgesamt 1.801 Jobsuchende, davon 541 Frauen und 1.260 Männer, vorgemerkt. Damit ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 204 Personen (oder minus 10,2 %) und im Vergleich zum Vorjahr um 169 Betroffene (oder minus 8,6 %) gesunken.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitieren allerdings im Moment nur Männer, während die Anzahl der arbeitslosen Frauen um 15 Betroffene (oder plus 2,9 %) sogar leicht gestiegen ist. „Die milde Witterung begünstigt die raschere Wiedereinstellung von vorübergehend beim AMS ,geparkten‘ Stammkräften in der Bauwirtschaft und in den bauabhängigen Unternehmen, wobei diese Sparten stark männerdominiert sind“, erklärt der Zwettler AMS-Leiter Kurt Steinbauer die aktuelle Situation.

Weniger Junge, mehr Ältere ohne Job

Im Februar sind beim AMS Zwettl in Summe 279 Personen in die Arbeitslosigkeit zugegangen und bei 548 Kunden wurde die Vormerkung wiederum beendet. Davon konnten 388 Personen eine Beschäftigung aufnehmen, 50 sind in eine Schulung eingetreten und 110 sind aus sonstigen Gründen (z.B. Krankheit, Meldeversäumnis, Wochenhilfe, Auslandsaufenthalt etc.) aus der Vormerkung ausgeschieden.

Einen erfreulich rückläufigen Trend zeigt die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Ende Februar registrierte das AMS Zwettl 238 arbeitslose unter 25-Jährige, ein Rückgang um 55 Jugendliche (minus 18,8%). Angespannt bleibt hingegen die Lage für Arbeitsuchende über 50 Jahre. In dieser Alterskategorie sind derzeit im Bezirk Zwettl 571 arbeitslose Kunden vorgemerkt, um 25 (plus 4,6 %) mehr als im Vorjahr. „Fast jeder Dritte beim AMS Zwettl vorgemerkte Jobsuchende gehört zur Generation 50 Plus. Wir werden deshalb unsere Vermittlungs- und Förderaktivitäten weiterhin verstärkt auf die Beschäftigungsaufnahme von Älteren ausrichten. Dabei setzen wir eine umfangreiche Palette an Förderungsinstrumenten ein“, so Steinbauer.

AMS unterstützt Frauen

Das AMS ist aber auch für Frauen am Arbeitsmarkt aktiv! Nicht nur am Weltfrauentag am 8. März, sondern das ganze Jahr über unterstützt das AMS die Kundinnen, damit sie leichter ins Berufsleben einsteigen und im Beruf selbst auch besser vorankommen. Ein breites Spektrum an Qualifizierungsmöglichkeiten steht im Frauenberufszentrum Waldviertel allen arbeitslosen AMS-Kundinnen – unabhängig von ihrem Alter, ihrer bisherigen Erwerbskarriere oder Ausbildung – zur Verfügung. Die Berater des AMS laden dazu vor allem jene Frauen ein, die beruflich neu durchstarten wollen bzw. müssen und an Aus- und Weiterbildung interessiert sind.

Die zukünftigen Teilnehmerinnen haben keine oder eine abgebrochene (Berufs-)Ausbildung, sind Wiedereinsteigerinnen nach der Familienpause oder Migrantinnen. Das Besondere am Frauenberufszentrum ist, dass zuerst die Interessen, Stärken und Potentiale der Frauen erarbeitet werden und dann – ausgehend von diesen – die Teilnehmerinnen nach dem Wahlpflichtprinzip frei aus den inhaltlichen Angeboten wählen können. Es gibt also keinen starren Gruppenstundenplan, der für alle gleich gilt. „So nutzt jede Teilnehmerin entsprechend ihres Zieles Gruppentrainings, Einzelberatungen, Laufbahnplanung, gesundheitsfördernde Initiativen, Aus- und Weiterbildungen externer Institute und AMS-Kursangebote“, erklärt Steinbauer.

Übrigens: Mit Blickrichtung Internationaler Frauentag halten die AMS-Berater für alle Kundinnen, die rund um den 8. März in die Geschäftsstelle kommen, eine kleine Aufmerksamkeit bereit.