Erstellt am 25. Dezember 2015, 05:18

von Maria Moll

Motto: „Sing‘ ma im Advent“. Zwettler Sängerknaben unter der Leitung von Stiftskapellmeister Marco Paolacci luden am vierten Adventsonntag zum traditionellen Weihnachtskonzert ein.

Unter der Leitung von Stiftskapellmeister Marco Paolacci (l., hinten) gestalteten die Zwettler Sängerknaben (im weißen Chorkleid, v. l.) Markus Hahn, David Traxler, Johannes Höbarth, Arthur Aßfall, Leo Steinkellner, Maximilian Bauer und Lorenz Schlosser sowie Lorenz Bauer (vorne), mit dem seine Lehrerin Katalin Mezö „Noël“ auf der Violine einstudiert hatte, das Adventkonzert. Unverzichtbar Maria Grillenberger an der Orgel und am Klavier.  |  NOEN, Maria Moll
„A schene Stund zan schau, lousn und gspian“, wie es in einem Gedicht heißt, das Pater Gregor Bichl in seine Begrüßung zum Advent- und Weihnachtskonzert am vierten Adventsonntags in der Stiftskirche einflocht. Und genau das – eine schöne Stunde – das war die Veranstaltung der Zwettler Sängerknaben unter der Leitung von Stiftskapellmeister Marco Paolacci. Viele Zuhörer waren gekommen, um die lieb gewordene Konzerttradition zu erleben und zu pflegen.

Zu Beginn bot Maria Grillenberger an der Egedacher Orgel drei Abschnitte aus den „Magnificat-Fugen“ von Johann Pachelbel, dazwischen sangen Chorleiter und Sängerknaben „Rorate coeli“ – Gregorianischen Choral mit dem Introitus zum 4. Adventsonntag.

Mit „Wir sagen euch an, den lieben Advent“ von Heinrich Rohr zog dann die Gruppe der Sänger etappenweise in der Kirche nach vorne, wobei in jeder der vier Strophen des Liedes ein Bursch als Solist hervortrat. Zwei Knabenduette waren im für das Konzert titelgebenden Lied „Sing’ma im Advent“ des zeitgenössischen Grazer Komponisten Lorenz Maierhofer zu hören. Und die Freude über die Geburt des Herrn besang der Chor im französischen Weihnachtslied „Engel singen Jubellieder“ oder in „Joy to the World“ von Georg Friedrich Händel. Pater Leo Ross regte mit besinnlichen Texten immer wieder zum Nachdenken an.

Traditionelles und Zeitgenössisches

Eine Klasse für sich war Katalin Mezö an der Violine. Sie und die vielseitige Musikerin Maria Grillenberger an der Chororgel pflegten harmonisches Zusammenspiel in Stücken wie „Sonatina IV“ von Georg Philip Telemannoder dem Adagio aus der „Sonate in D-Dur“ von Händel sowie als Liedbegleiterinnen für die Sängerknaben in „Es kommt ein Schiff geladen“ des Zeitgenossen Wieland Kleinbub und „Übers Gebirge führt mich der Weg“ von Rudolf Schweitzer.

Gemeinsam mit ihrem Schüler, dem Sängerknaben Lorenz Bauer, trug Katalin „Noël“ von Louis-Claude Daquin vor. Mit Preludio und Gigue aus der „Sonata VIII“ von Antonio Vivaldi, an der Chororgel begleitet von Marco Paolacci, verabschiedete sie sich von ihrem Publikum. Den musikalischen Schlusspunkt setzten Paolacci als Gesangssolist und Grillenberger an der Egedacher Orgel mit dem Hymnus „De Adventu Domini“ – über die Ankunft des Herrn – von Samuel Scheidt.

Natürlich gab es auch Dankesworte: von P. Gregor Bichl an die Mitwirkenden und Sänger in den drei Stiftschören – Knaben, Mädchen und Kirchenchor, von Marco Paolacci, der sich über das hohe Interesse an den Sängerknaben freute, und von Abt Wolfgang, der sich freute, „dass der Übergang zur neuen Chorleitung so gut gelungen ist“.