Zwettl

Erstellt am 14. Juli 2016, 05:48

von Brigitte Lassmann-Moser

„Vielfalt bringt Wertschöpfung!“. Waldland belebte erfolgreich Mohnanbau im Waldviertel und war Gastgeber für die „Europam“.

 |  NOEN, Lassmann-Moser

Zum zweiten Mal wählte Waldland einen ungewöhnlichen Ort, um auf die Produktionsvielfalt in der Landwirtschaft und das damit verbundene zusätzliche Einkommen für die Landwirte sowie den zusätzlichen Nutzen für die Umwelt aufmerksam zu machen: ein in voller Blüte stehendes Mohnfeld der Mohnbauern Helga und Werner Löschenbrand aus Kleinschönau. Mit dabei waren auch zwei promineten Gäste, nämlich die Abgeordnete zum Europäischen Parlament, Elisabeth Köstinger, sowie Landesrat Stephan Pernkopf.

Kontinuierliche Aufwärtsentwicklung

„Wir wollen den Menschen die Vielfalt, die in der Landwirtschaft möglich ist, näherbringen, um zu zeigen, dass es Kulturen gibt, die wirtschaftlich erfolgreich sein können“, erklärte Waldland-Geschäftsführer Gerhard Zinner. Anfang der 80er-Jahre begann Waldland mit fünf Landwirten, den Mohnanbau im Waldviertel wiederzubeleben – und es folgte eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung.

Ein ganz wesentlicher Schritt war 1994 die Erlangung der geschützten Ursprungsbezeichnung für den Waldviertler Graumohn – „nach der Wachauer Marille war es die zweite Kultur, die zugelassen wurde“, so Zinner. Seither habe man sich kontinuierlich und erfolgreich bemüht, den Mohn am Markt zu platzieren.

Heute bereichert der Mohnanbau nicht nur die Kulturlandschaft, der ist auch wichtiger Partner in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge und auch für den Tourismus in der Region von Bedeutung. Freilich: „Die Gesamtproduktion im Waldviertel hat noch viel Luft nach oben“, meinte Zinner.

 „Spezialisierung ist der längerfristig bessere Weg!“ 

Landesrat Stephan Pernkopf 

„Spezialisierung ist der längerfristig bessere Weg“, betonte Landesrat Stephan Pernkopf. Er dankte Waldland, dass man „Unternehmerverantwortung“ übernommen habe und garantierte weiterhin die Unterstützung des Landes – sowohl ideell als auch finanziell.

„Vielfalt bringt sehr viel an Wertschöpfung. Wir müssen zurück zur Kreativität und aus kleinen, regionalen Kreisläufen etwas entstehen lassen“, so Elisabeth Köstinger. Und sie brach eine Lanze für die Europäische Union: „Viele europäische Initiativen sind auf fruchtbaren Boden gefallen, gerade im Waldviertel!“

Am Freitag, 8. Juli, fand am Waldlandhof in Oberwaltenreith zum zweiten Mal auch die Generalversammlung der „Europam“, der europäischen Kräuterbauern-Vereinigung, statt, diesmal die zwanzigste. Experten aus 13 Ländern – vom Lavendelbauer aus Frankreich bis zum Kamillebauern aus Lettland – „die Creme de la creme“ – nahmen daran teil. Waldland ist aktives Gründungsmitglied im Verband und Franz Tiefenbacher dessen Vizepräsident. Waldland ist aber auch ein wertvoller Partner, der viele Erfahrungen einbringen kann“, wie Hannelore Zinner erklärte. „Es ist schön, wenn Europa ins Waldviertel kommt, um sich anzuschauen, was man anders oder besser machen kann“, kommentierte Landesrat Pernkopf.

Da auch der gesellschaftliche Aspekt für diese Vereinigung zum Aufbau von Netzwerken von Bedeutung ist, wurde zum Abschluss der Generalversammlung auch das 1. Sommerfest gefeiert. Und in diesem Rahmen übergaben Agnes Schierhuber als Obfrau des Sonderkulturenvereins sowie Hannelore und Gerhard Zinner auch wieder Vielfalter-Trophäen, und zwar an Stephan Pernkopf, Elisabeth Köstinger und „Europam“-Präsident Bauke van der Veen, die damit zu Vielfalter-Botschaftern ernannt wurden. „Wir sind alle klein, aber zusammen sind wir wichtig!“, erklärte Letzterer.

Der Vielfalter soll die Vielfalt der am Waldlandhof produzierten und verarbeiteten Pflanzen sowie die vielen Facetten der Landwirtschaft symbolisieren.

Zahlen & Fakten

Waldland hat aktuell
 830 Mitgliedsbetriebe plus 110 Probemitglieder, verteilt auf alle fünf Bezirke des Waldviertels
 baut 60 Sonderkulturen auf rund 4.000 Hekatar Ackerfläche an
 78 % des österreichischen Sonderkulturanbaus wird alleine von Waldland abgedeckt
 100 % der Pharmaziepflanzen in Österreich werden von Waldland produziert
 2016 wurden 1.500 Verträge mit Mitgliedslandwirten abgeschlossen
 die Exportquote von Waldland beträgt 80 %
 150 Mitarbeiter sind bei Waldland beschäftigt
 Waldland produziert wöchentlich durchschnittlich 10.000 Mohnzelten und 6.000 Mohnstrudeln in Handarbeit