Ottenschlag

Erstellt am 17. Mai 2017, 04:00

von Jutta Hahslinger

Nach Sexattacke in Kirche folgt Therapie. Unter strengen Auflagen darf psychisch Kranker, der über eine 81-jährige Witwe in Kirche hergefallen ist, auf freien Fuß bleiben.

 |  APA

Am 28. Oktober vergangenen Jahres suchte eine 81-jährige Witwe die Pfarrkirche in Ottenschlag auf, um Begräbnisvorbereitungen ihres verstorbenen Ehemannes zu organisieren.

Plötzlich stürmte ein 33-jähriger Waldviertler in die Kirche und rief der 81-Jährigen, seiner früheren Religionslehrerin, zu: „Waldfrau, meine Waldfrau! Wir werden heute gemeinsam sterben!“ Dann setzte er einen überraschender Angriff: Er küsste die 81-Jährige, betatschte sie und riss sie zu Boden. Dann versuchte er, sich an der Schreienden zu vergehen. Zum Glück hörte ein Schulwart die Hilferufe und schritt ein. Er riss den Angreifer vom Opfer und bewahrte es vor Schlimmerem.

Der 33-jährige Übeltäter kam in Polizeigewahrsam und schlussendlich in eine Klinik. Ein psychiatrischer Sachverständiger führte vor Gericht aus, dass der Waldviertler aufgrund einer unbehandelten psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Jetzt sei der 33-Jährige in Behandlung und auf einem guten Weg.

„Ich weiß, dass ich die verordneten Medikamente immer nehmen muss“, sagt der Waldviertler und zeigt vor Gericht Krankheitseinsicht. Der Schöffensenat spricht über den 33-Jährigen eine bedingte Einweisung unter strengen Auflagen aus: Kontrollierte Medikamenteneinnahme und Fortsetzung der Therapie.