Erstellt am 11. April 2016, 14:07

von Anna Maria Yvon

„Ramsch und Rosen“: Eine gelungene Mischung. Julia Lacherstofer und Simon Zöchbauer von „Ramsch und Rosen“ ließen Abend in Zwettl zu besonderem Erlebnis werden.

Kulturstadträtin Andrea Wiesmüller (l.), Andreas Teufl (2. v. r.) und Anna Maria Yvon (r.) von der Jeunesse Zwettl mit den beiden Musikern Julia Lacherstorfer und Simon Zöchbauer. Foto: Rudi Hausleitner  |  NOEN, Rudi Hausleitner

„Altwarentandler für Volksmusik“ – so bezeichnet sich das junge, sympathische Duo „Ramsch und Rosen“, das diesen Namen von einem Wiener Altwarengeschäft übernommen hat.

Die Geigerin Julia Lacherstorfer – vor einigen Jahren war sie in Zwettl mit der Band „Alma“ zu Gast, und der Trompeter Simon Zöchbauer, der auch die Zither spielt, stöbern gemeinsam nach alten Melodien und holen diese mit viel Stilgefühl in unsere Zeit, entstauben sie gleichsam.

Texte geben Persönliches preis

Beim vierten Jeunessekonzert dieser Saison stellten sie Lieder, Gstanzln, Jodler und Tänze – viele aus Julias Heimat Oberösterreich – zunächst im Originalklang vor, behutsam gesungen und gespielt, um sie dann durch witzige, aber auch meditative Improvisationen zu bereichern und zu verändern.

In den Texten der Eigenkompositionen wird durchaus Persönliches preisgegeben, wie zum Beispiel in „Fog“ die nebelige Stimmung rund um das Bauernhaus des Großvaters, oder die Sorge um die Pension aus zwei verschiedenen Standpunkten betrachtet in „Memento mori“. Auch das Thema Streit wird beleuchtet in „Sturm vor der Ruhe“.

Ein Stück ist dem schwedischen Jazz-Pianisten Jan Johanson gewidmet, von dem die Titelmelodie zu Pippi Langstrumpf stammt. Überhaupt hat es den beiden Künstlern auch die nordische Musik mit ihren melancholischen, kirchentonalen Weisen angetan. Ebenso wie die ungarische, die der Volksliedforscher und Komponist Bela Bartok aufbereitet hat.

Von ihm erklangen ein bitonales Wiegenlied und eine „Dudelsackmelodie“, bei der die indische Tampura als Borduninstrument zum Einsatz kam (wie auch bei einigen österreichischen Liedern).

Die gelungene Mischung aus alt und neu, aus lustig und nachdenklich, die vokal und instrumental professionelle Darbietung und nicht zuletzt die authentische Moderation ließen den Abend zu einem besonderen Ereignis werden, für welches das Publikum mit herzlichem Applaus dankte.