Erstellt am 08. Juni 2016, 05:35

von Roland Stöger

Die Kinderburg jubilierte. Vor fünf Jahren richtete das Rote Kreuz in den mittelalterlichen Gemäuern einen Erholungsort für durch einen Schicksalsschlag traumatisierte Familien ein.

 |  NOEN, Roland Stöger

Mit einem großen Fest feierte die Kinderburg in Rappottenstein ihr fünfjähriges Bestandsjubiläum. Ganz im Zeichen des Mittelalters stand dieses Geburtstagsfest.

Neben Infos über die Kinderburg konnten auch die gesamten Räumlichkeiten der Burg, die für die Kinderburg genutzt werden, kostenlos besichtigt werden. Das Rahmenprogramm war sehr vielfältig und reichte vom Feuertanztheater bis zum Schaukampf. Ritterrüstungen konnten anprobiert werden, Pony- und Pferdereiten wurde geboten und auch kreatives Gestalten mit Kinderburg-Botschafterin Christa Hameseder stand auf dem Tagesprogramm. Für die ganz Kleinen besuchte der Kasperl mehrmals am Tag die Kinderburg und gab insgesamt drei halbstündige Vorführungen.

Der offizielle Festakt sollte auf der Open-Air Bühne im Wirtschaftshof stattfinden, pünktlich einsetzender Gewitterregen machte den Organisatoren wieder einen Strich durch die Rechnung. Kurzerhand wurde umdisponiert und der Festakt ins Zelt vor dem Burgtoren verlegt.

Landesrätin Barbara Schwarz dankte

Mit Verspätung konnte Moderatorin Cornelia Ertl dann mit der Begrüßung der Ehrengäste beginnen. Willi Sauer, Präsident des NÖ Roten Kreuzes, dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Familie Abensperg Traun, die dieser Ruhe- und Erholungsstätte für traumatisierte Familien in ihrer Burg ein Zuhause gaben. Auch Landesrätin Barbara Schwarz dankte allen, die diese Einrichtung ermöglicht und aufgebaut haben und vor allem am Laufen halten. „Für viele Familien ist gerade der Aufenthalt hier ein kleines Licht am Ende des Tunnels auf einem beschwerlichen und langen Weg“, so Schwarz.

In kurzen Interviews gaben Hausherr Benedikt Abensperg Traun, der Gründer der Kinderburg Landesgeschäftsführer-Stellvertreter Thomas Wallisch sowie die Leiterin vor Ort, Laura Schneider, einen kurzen Querschnitt über fünf Jahre Kinderburg Rappottenstein. Es wurde berichtet, dass insgesamt schon 90 Familien das Angebot in Anspruch genommen haben.
 


Die größte Herausforderung sei die Bewerbung dieser neuen sozialen Einrichtung gewesen. Mittlerweile hat sie aber einen großen Bekanntheitsgrad, und zahlreiche Spender finden oft den Weg zur Kinderburg, um mit ihren Zuwendungen den Betrieb zu erleichtern. Benedikt Abensperg Traun zeigte sich erfreut über den großen Erfolg und das große Interesse an der Kinderburg und betonte, dass die Burg im 12. Jahrhundert unter anderem auch als Schutz vor Unheil für die Menschen in der Umgebung errichtet worden sei. Mit der Heimstätte der Kinderburg sei nun nach über 800 Jahren diese Aufgabe noch immer aufrecht.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Rappotten steiner Volksschulkindern und einem Spielmann mit Dudelsack. Im Anschluss an den Festakt lud Kinderburg-Botschafterin Doppelolympiasiegerin Michaela Dorfmeister noch zu einer Autogramm- und Fotostunde. Am Abend schlossen die Gaukler und Narren wieder die Burgtore, und es kehrte wieder Ruhe in den alten Mauern der Kinderburg Rappottenstein ein.