Erstellt am 26. September 2015, 06:32

von Maria Moll

Reliefs und Plastiken. Der Waldviertler Bildhauer Fanz Xaver Ölzant gibt derzeit in der Galerie auf der Propstei Einblick in sein Schaffen.

Zur Eröffnung der Ausstellung von Werken des Bildhauers Franz Xaver Ölzant (l.) in der Galerie »blaugelbezwettl« begrüßte Martin Anibas. Alexandra Schantl führte das Kunstgespräch.  |  NOEN, Maria Moll

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung mit Gitarrenklang von Walter Langer am Samstag, 19. September, führte Alexandra Schantl von der Abteilung „Kunst und Kultur“ des Landes NÖ vor zahlreichen Zuhörern mit dem Künstler ein persönliches Gespräch.

1934 im steirischen Oberzeiring geboren, sollte Franz Xaver Ölzant die Bäckerei seines Vaters übernehmen – und lernte Bäcker. Mit 19 strebte er aber den direkten Weg an die Akademie für angewandte Kunst an. Schon bald wurde der reifere Student in seiner Heimat angesprochen, ein Kriegerdenkmal zu gestalten. Er nahm den Auftrag an, „mit einer großen Portion Selbstüberschätzung“, wie er heute sagt, musste er doch erst lernen, einen Stein zu bearbeiten. Es entstand eine stehende, ernste Frauenfigur, die die während des Krieges Zurückgelassenen symbolisierte. Das Werk wurde mit einem Preis der Landesregierung Steiermark ausgezeichnet. Damit konnte Ölzant seine akademische Ausbildung finanzieren.

Reisen beeinflussten künstlerisches Schaffen

Als er nach drei Jahren sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, zog er als freier Bildhauer ins Waldviertel, ins Haus der Großeltern in Pfaffenschlag. „1960/61 durchlebte ich meine wichtigen, intensiven Jahre, in denen ich Einflüsse der Akademie allmählich durch eigene Intuitionen ohne Hektik und Zweifel ersetzen konnte“, erinnert er sich. Wesentlich war auch die Auseinandersetzung mit Kunst auf Reisen nach Florenz, Paris, München und Berlin. Seine erste große Ausstellung in Wien zeigte Ölzant 1965. Auch eine Gemeinschaftsausstellung mit Bruno Gironcoli und Walter Pichler, zwei befreundeten Jahrgangskollegen an der Akademie, entstand in dieser Zeit.

Ölzant arbeitete mit vielen verschiedenen Materialien: Bronze, Stein, Holz und Aluminium. „Anfangs habe ich viel modelliert. Das war die von der Akademie her anerzogene Art der Arbeit.“ Eine wichtige Komponente waren Restlinge, besonders solche aus Gebhartser Diorit, die er bei seinen Spaziergängen im Waldviertel entdeckte. „Ich habe viele Tonnen demoliert“, gestand er launig. In seiner Arbeit ließ er sich von der natürlichen Form des Steins leiten. „Strukturen gibt uns die Natur vor. Ich sehe die Natur als Partner“, betonte er.

Befragt nach seinen jüngsten Werken, sagte der Künstler: „Wenn man an die 60 Jahre intensiv konzentriertes Vorwärtsstreben in sich hat, dann muss das einmal zu Ende gehen. Seit zwei Jahren bin ich in Pension.“ An die Jahre 1986 bis 2001, als er Meisterklassen an der Akademie in Wien leitete, erinnern in Zwettl mehrere Skulpturen. In zwei Bildhauerwochen schufen 13 seiner Studenten Werke wie „Let's swing“ – am Eingang zum Landesklinikum – von Martin Schrampf, „Sitzende“, die Zwettler nennen sie „Trutzade“ – auf dem Brunnen vor dem Stadtamt – von Silvia Maria Grossmann, oder „Abundance“ – auf der Kampwiese gegenüber dem Haus der Feuerwehr – von Leslie de Melo.

Im ersten Raum der Galerie sind Werke Ölzants aus den Zweitausenderjahren zu sehen, häufig Wandreliefs mit permanent sich wiederholenden Strukturen. Den zweiten Raum zieren Plastiken aus den Achtzigerjahren.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 11. Oktober, jeweils Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.