Zwettl

Erstellt am 21. Juli 2016, 05:30

von Maria Moll

Zwettler Propsteikirche: Arbeit an „Außenhaut“. Zwettler Propsteikirche soll künftig im bekannten Look, aber doch in neuem Gewand erstrahlen.

Franz Pruckner (2. v. r.), der Vorsitzende der Sparkasse Waldviertel-Mitte Privatstiftung, unterstützt tatkräftig die Bemühungen zur Renovierung der Propsteikirche Zwettl. Mit ihm tritt Leopold Rechberger (r.), Mitglied des Stiftungsvorstandes, für das Vorhaben engagiert ein. Wichtige Ausführende sind Restaurator Ralf Wittig (l.) und die Ferialpraktikantinnen Johanna Flaschberger, studierte Restauratorin, sowie Barbara Kaufmann, Philippa Steele und Anne Kohl, Studierende an der Wiener Akademie der bildenden Künste, Studienrichtung Restaurieren. privat  |  NOEN, privat

Das Äußere der Propsteikirche wird dezent saniert, das Turmdach erneuert und ein Madonnenbild restauriert.

Die Propsteikirche Zwettl ist derzeit hufeisenförmig an drei Seiten (N, S, W) eingerüstet. Grund dafür ist, dass die Besitzerin, die Sparkasse Waldviertel-Mitte Privatstiftung, gemäß einem ihrer Grundsätze, nämlich in Kunst und Kultur zu investieren, ein großes Bauvorhaben gestartet hat. In zwei Etappen – heuer und 2017 – soll die „Außenhaut“ der Kirche inklusive Turm generalsaniert werde.

„Für die beachtliche Bausumme von 200.000 Euro erhält die Stiftung großzügige Unterstützung des Bundesdenkmalamtes und der Kulturabteilung des Landes“, erzählt Leopold Rechberger, Mitglied des Stiftungsvorstandes. „Ohne Unterstützung wäre das nicht machbar“, fügt er hinzu. Wobei still und unaufgeregt schon Einiges erledigt wurde: Im Frühjahr wurde der Korpus des Kreuzes am Hochaltar restauriert – ein Finger fehlte. Dabei zeigte sich, dass die Fassung porös war. Sie wurde im Zuge dieser Arbeiten erneuert.

Viel Feinarbeit ist noch notwendig

Was soll nun an den Außenwänden der Kirche geschehen? Dazu Restaurator Ralf Wittig: „Für uns ist das Ziel, die Verputze zu reinigen, zu festigen und auszubessern, hernach zu konservieren.“ Das soll in zwei Phasen geschehen. Erst wird der romanische Fugenmörtel aus der Zeit um 1200 pfleglich behandelt und ergänzt. Dann wird der flächig erhaltene Verputz aus dem 18. Jahrhundert, der Zeit der Barockisierung, so bearbeitet, dass trotz der zukünftigen Verwitterung das Ganze als homogene Einheit erscheint.

Auch der barocke Verputz wird nur so weit ergänzt wie notwendig und frei liegende Ziegel geschlossen. Zum Erreichen des Zieles, das jetzige Erscheinungsbild, aber in sanierter Form, zu erhalten und die verschiedenen Bauphasen erkennbar bleiben zu lassen, gehört noch eine Menge Feinarbeit.

Angegriffener Zustand des Mauerwerks

Eine besondere Herausforderung stellen die tief ausgewaschenen Fugen an der Wetterseite dar. „Sie bilden ein schwarzes Netz, das durch das Schließen zum hellgrauen Netz werden soll“, sagt der Restaurator. „Der Schritt zum passenden Grauton fehlt uns allerdings noch. Ich will es in weiteren Versuchen mit der Beimengung von Holzkohlenstaub probieren.“ An der Nordseite der Kirche sind bereits mehrere Putzmuster zu sehen, die mit verschiedenen Sandmischungen hergestellt wurden.

Ein deutliches Beispiel für den angegriffenen Zustand des Mauerwerks bildet der Flechtenwuchs über dem Portal. Die Fugen, in denen das Regenwasser herunterrinnt, sind willkommener Untergrund für die ausdauernden Pflanzengemeinschaften als Bewohner von Kleinstnischen.