Erstellt am 26. September 2015, 09:51

von APA/Red

Sattelschlepper mit Zug kollidiert: Lokführer starb. In der Waldviertler Stadtgemeinde Allentsteig (Bezirk Zwettl) hat am Freitagnachmittag ein Unfall auf einem Bahnübergang ein Todesopfer gefordert.

 |  NOEN, Einsatzdoku - Führer
Der Lokführer eines Zuges der Franz Josefs-Bahn starb nach einer Kollision mit einem Sattelschlepper, berichtete Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Der Mann war bei der Kollision massiv eingeklemmt worden.



Der Lenker des mit einer Holzernte-Maschine beladenen Schwerfahrzeugs kam leicht verletzt davon. Die Fahrgäste im Zug blieben unversehrt. Sie wurden Resperger zufolge im Schienenersatzverkehr weitertransportiert.

Schauplatz des Unfalls war laut dem Feuerwehrsprecher ein mit Lichtzeichen gesicherter unbeschrankter Bahnübergang auf der L75 nahe der Haltestelle Thaua. Sowohl der Lkw als auch die Lokomotive wurden stark beschädigt. Neben dem Rettungsdienst mit Notärzten standen am Ort der schweren Karambolage vier Feuerwehren mit 50 Mann im Einsatz.



Der Lenker eines deutschen Sattelschleppers hatte am Freitagnachmittag in Kirchberg/Wald einen Harvester (oder Forwarder) aufgeladen und war auf der Fahrt vom Allwangspitz kommend in Richtung Allentsteig, als er bei der auf dieser Strecken liegenden Bahnübersetzung, vermutlich weil er zu schnell unterwegs war, mit seinem Schwerfahrzeug aufsaß. In diesem Moment kam aus Richtung Göpfritz ein Zug der Franz-Josefs-Bahn, der nach Schwarzenau unterwegs war.

Der Zugführer hatte keine Chance mehr, rechtzeitig abzubremsen. Der Zug fuhr ungebremst gegen den Sattelzug. Dabei wurde die rund 84 Tonnen schwere Lok derart beschädigt, dass der Lokführer - nach ersten Meldungen ein 50-Jähriger aus dem Bezirk Gmünd - nur noch tot aus dem Führerhaus geborgen werden konnte. Die Wucht des Aufpralls war derart stark, dass der Harvester vom Sattelzug geschleudert wurde und dabei nochmals gegen die Lok prallte. Eine Achse des Harvesters wurde meterweit weg geschleudert, Teile des forstlichen Einsatzfahrzeuges landeten in einem Obstgarten unterhalb der Bahngleise.

Zur Bergung der Fahrzeugteile musste der Feuerwehrkran aus Krems angefordert werden. Vier Feuerwehren stehen derzeit noch immer im Einsatz. Die Fahrgäste des Zuges waren geschockt, blieben zum Glück aber unverletzt. Sie wurden mit einem Bus weitertransportiert.


Update: Aufleger hängen geblieben

Die Ursache für den tödlichen Unfall ist geklärt: Nach Angaben der Landespolizeidirektion NÖ war der mit einer 18 Tonnen Holzernte-Maschine beladene Aufleger eines Sattelzuges Freitagnachmittag hängen geblieben. Wenig später krachte ein Zug in das Hindernis. Der Lokführer (49) starb.

Laut Polizei hatte der deutsche Lenker noch versucht, den Sattelzug auf dem Übergang im Verlauf der L75 wieder in Bewegung zu setzen, ehe es zu der folgenschweren Karambolage kam. Der Lokführer aus dem Bezirk Gmünd wurde beim Anprall im Triebfahrzeug eingeklemmt und starb noch an der Unfallstelle. Die etwa 50 Fahrgäste in dem Zug blieben unverletzt.

Die Franz Josefs-Bahn war im Bereich der Unfallstelle auch am Samstag noch gesperrt. Nach ÖBB-Angaben war ein Schienenersatzverkehr im Abschnitt Göpfritz - Schwarzenau eingerichtet, der bis in die Abendstunden aufrecht bleiben sollte.