Göpfritz an der Wild

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:48

von René Denk

Schon 19 Wochen kein Trinkwasser. Coli-Bakterien zwingen Ortsbewohner, Wasser abzukochen. Grund für Wasserverschmutzung ist bisher unbekannt. Gemeinde überlegt UV-Anlage zu bauen.

Das Quellenschutzgebiet der Katastralgemeinde Scheideldorf liegt direkt neben der Bundesstraße (großes Bild). Bürgermeister Franz Gressl setzte schon einige Maßnahmen, doch bisher leider erfolglos.  |  NOEN, René Denk

Der Ort Scheideldorf hatte im heurigen Jahr schon rund 19 von 30 Wochen kein Trinkwasser. Das wird auch zumindest noch bis in den August andauern. Insgesamt hatte der Ort Mitte Februar bis Ende April im Wasserleitungsnetz keine Trinkwasserqualität.

Im Schreiben, das der NÖN vorliegt, ist die Rede von „Escherichia coli“-Bakterien, dem Vernehmen nach im Regelfall keine lebensgefährlichen Bakterien, aber sie können zu Brechreiz und Durchfall führen. Am 30. Juni wurde deshalb das gesamte Scheideldorfer Wasserleistungsnetz durchgespült. Von den Behörden wurde vorgeschrieben, das Scheideldorfer Trinkwasser vierteljährlich zu untersuchen. Die nächste Untersuchung steht Anfang August an.

Teich verursachte lautes Wasserrauschen

Bürgermeister Franz Gressl ist das Wasserqualitätsproblem in Scheideldorf ein Dorn im Auge. Er habe vollstes Verständnis für die Bewohner von Scheideldorf: „Wenn die nächste Probe wieder kein zufriedenstellendes Ergebnis bringt, dann wird nichts daran vorbeiführen, eine UV-Anlage einzubauen“, sagt Gressl zur NÖN.

Auch ein Zivilingenieur wurde beauftragt, um dem Problem Herr zu werden - bislang ohne Erfolg. Beim NÖN-Lokalaugenschein fiel auf, dass sich im Bereich des Quellschutzgebietes am Ende des Ortes ein Teich befindet, dessen Ableitung lautes Wasserrauschen verursachte. Auf die Frage, ob der Teich ein möglicher Grund dafür sein könne, meint Gressl: „Das traue ich mich nicht zu behaupten. Auch die Experten können nicht sagen, woher die Wasserverschmutzungen herkommen.“