Erstellt am 14. Mai 2016, 05:24

von Anna Maria Yvon

Schöner Saison-Schluss. Das „Lichtental Trio“ bestritt das letzte Konzert der aktuellen Saison der Jeunesse Zwettl.

Die drei Musiker des „Lichtental Trios“ – Saskia Roczek, David Pennetzdorfer und Dianne Baar – mit Techniker Toni Trappl, Jeunesse-Leiter Andreas Teufl, Rudi Hausleitner, Christian Wiesmüller und Anna Maria Yvon (stehend v. l.).  |  NOEN, Erich Splechtna

ZWETTL | Ein abwechslungsreiches Konzert mit Musik aus drei Jahrhunderten bereitete am Ende der Jeunesse-Saison 2015/16 viel Freude.

Das „Lichtental Trio“ mit den jungen österreichischen Künstlern Saskia Roczek- Violine, David Pennetzdorfer – Violoncello und Dianne Baar – Klavier leiteten den Abend mit dem Klaviertrio e-Moll Hob.XV:12 von Joseph Haydn ein, das der Komponist selbst als „mit einer Violin und Violoncello begleiteten Claviersonate“ bezeichnete.

Mit dem 2. Klaviertrio in e-Moll op.92 von Camille Saint -Saens folgte bereits der erste Höhepunkt. Es zählt zu den bedeutendsten Kammermusik- Werken des französischen 19. Jahrhunderts und bietet in 5 Sätzen eine Fülle von Ideen unterschiedlichsten Charakters.

Dunkel getönte Einfälle wechseln sich mit optimistischen Gedanken ab, leidenschaftlich dramatische Passagen mit lyrischen. Ein modern anmutender 5/4 Takt wird einer barocken Fuge gegenübergestellt, und mittendrin erklingt ein fast wienerisch anmutender Ländler mit überraschenden Wendungen. Ein atemberaubendes Feuerwerk an Virtuosität, das schon vor der Pause Jubelrufe hervorrief. Wolfgang Amadeus Mozarts Klaviertrio G-Dur KV 496 mit einem kunstvollen Variationssatz als Finale bildete dazu einen beruhigenden Gegensatz.

Herausforderung für die Ausführenden

Da es dem „Lichtental Trio“ ein Anliegen ist, auch wenig gespielte Werke des 20. Jahrhunderts zu vermitteln, stand als letztes Werk das Trio über irische Volksweisen des 1890 in Genf geborenen Frank Martin auf dem Programm. Er gilt als „gemäßigter Moderner“, dessen zahlreichen Zitaten alter Weisen in rhapsodisch fantasierender Formgebung man leicht folgen konnte.

Die schwierigen Rhythmen bereichern und bedeuten gleichzeitig eine Herausforderung für die Ausführenden, die mit wunderbarem Aufeinander-Eingespieltsein, mit Temperament und feiner Tongebung das Publikum bezauberten.
Für den begeisterten Applaus dankte das sympathische Trio zum Schluss mit dem sanften „Gartenstück“ von Erich Wolfgang Korngold.