Zwettl

Erstellt am 12. Oktober 2016, 05:01

von Brigitte Lassmann-Moser

Kampf dem Chaos vor der Schule in Zwettl. Aktion des KFV und der AUVA befasste sich mit der Situation bei der Volksschule Zwettl-Hammerweg.

Johannes Tüchler von der Bezirkshauptmannschaft, Volksschuldirektorin Heidi Grossinger, Christian Kräutler (KFV), Bernd Toplak (AUVA), Bildungsmanager Alfred Grünstäudl, Vizebürgermeister Johannes Prinz und Chefinspektor Wolfgang Gottsbachner mit den Schülern Christoph Schierhuber, Antonio Plazibat, Marco Kormesser, Celine Klein, Melissa Haslinger und Klara Prinz aus den beiden dritten Klassen – sie alle finden die Aktion „Sicher in die Schule„ super.  |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Grüne und rote Fußspuren säumten in der Vorwoche den Weg in die Volksschule am Hammerweg in Zwettl. Grund dafür: Die Aktion „Sicher in die Schule“ des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) war zu Gast.

„Die Kinder sind bereit, ,Lehrer‘ für die Erwachsenen zu sein!“

Chefinspektor Wolfgang Gottsbachner

In sechs Schulen in Niederösterreich wird derzeit diese aufwendige Aktion durchgeführt, eine davon ist die öffentliche Volksschule. Christian Kräutler vom KFV erklärte beim Aktionstag am Mittwoch, 5. Oktober, die drei Säulen dieser Aktion: Zuerst wird in Zusammenarbeit mit Bezirkshauptmannschaft, Polizei, Verkehrsexperten und Lehrern ein Schulwegkonzept erarbeitet. „Manchmal müssen für einen sichereren Schulweg auch bauliche oder verkehrstechnische Maßnahmen getroffen werden“, so Kräutler. „In Zwettl war das nicht der Fall, weil hier das Umfeld passt!“ Die zweite Säule sind die Aktionstage, an denen u.a. Berater im Umfeld der Schule unterwegs sind und eigens erstellte Pläne der Schulumgebung, die aufzeigen, wo sich geeignete und alternative Halte- und Parkmöglichkeiten befinden, sowie Unterrichtsmaterialen verteilen, und last not least gibt es Workshops im Unterricht, in denen die Schüler lernen sollen, wo sie aufpassen müssen, „aber nicht nur allgemein, sondern auf die konkrete Situation zugeschnitten“, erläuterte Kräutler, der der Stadtgemeinde Zwettl auch Lob aussprach: „Hier werden viele Sicherheitsideen umgesetzt!“

Im Auto der Eltern ist es nicht am sichersten

Sicher und auch gesund in die Schule kämen die Kinder vor allem zu Fuß, erklärte Bernd Toplak, Präventionsexperte der AUVA, dafür wolle man die Eltern sensibilisieren. „Die Eltern schätzen den Verkehr vor der Schule am gefährlichsten ein, tragen aber trotzdem selber dazu bei“, appellierte Toplak, die Kinder nicht bis vors Schultor zu bringen, damit dort kein Verkehrschaos entsteht – und er gab auch entsprechende Praxistipps.

Die Sicherheit der kleinen Bürger sei ein großes Anliegen der Stadtgemeinde, meinte Vizebürgermeister Johannes Prinz. „Die Gemeinde bemüht sich, auch baulich die Schulwege sicherer zu machen“, so Prinz. In diesem Zusammenhang verwies er auf die erst kürzlich durchgeführte Neuplanung der Zufahrt und des Haltestellenbereiches beim Gymnasium, die Schaffung von Aus- und Einstiegsplätzen beim Kindergarten am Hammerweg, sogenannten „Kiss & Ride“-Plätzen, sowie den Abgang von der Arbeiterkammer zu den Schulen.

„Es geht nicht nur darum, etwas in der Theorie zu vermitteln, sondern auch in der Praxis zu erleben“, betonte Bildungsmanager Alfred Grünstäudl, der alle Aktionen für einen sicheren Schulweg begrüßt. Er setzt ganz große Hoffnungen in die Schüler, dass diese ihre Eltern „erziehen“: „Ihr könnt hier Eure Eltern ganz bewusst lenken!“

Aus der Praxis schilderte Chefinspektor Wolfgang Gottsbachner vom Bezirkspolizeikommando, der seit 30 Jahren in der Verkehrserziehung aktiv ist. Er erzählte von einer Mutter, die ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringt, obwohl sie dafür drei Mal so weit fährt wie der Fußweg lang ist. „Den Eltern ist es wichtig zu sehen, dass ihr Kind sicher in die Schule hineingeht“, so Gottsbachner. „Jedes Kind muss aber eine gewisse Eigenverantwortung und Selbstständigkeit lernen!“ Die Polizei mache beste Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Schulen, und auch die Mitarbeit der Kinder sei sehr erfreulich: „Die Kinder sind bereit, ,Lehrer‘ für die Erwachsenen zu sein!“

Das bestätigte auch Volksschuldirektorin Heidi Grossinger: „Über die Kinder ist der Weg zu den Eltern gut zu bekommen!“

Hammerweg soll entlastet werden

Um den stark befahrenen Hammerweg vor der Volksschule zu entlasten, wird an die Eltern appelliert, nicht im direkten Schulumfeld zu halten oder zu parken, da durch die vielen „Elterntaxis“ Schulkinder, die zu Fuß unterwegs sind, leicht übersehen werden. Statt dessen wird empfohlen, den Parkplatz des „ZwettlBades“ hinter der Schule als Haltemöglichkeit zu nutzen, um dort das Kind aussteigen zu lassen. Die Kinder können beim Zebrastreifen die Straße queren und die Fußwegverbindung zum Eingang der Schule nutzen. Aus Richtung Zentrum gibt es wiederum Haltemöglichkeiten in der Weitraer Straße, von wo aus die Kinder optimal über die Talbergsteige zur Volksschule gelangen können.

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