Erstellt am 07. März 2016, 09:48

von NÖN Redaktion

Sonnentor: Ganz im Zeichen der Proteste gegen TTIP. Sonnentor-Biobauern schließen sich dem Plädoyer des Bio-Pioniers Johannes Gutmann an.

Sonnentor-Gründer und Geschäftsführer Johannes Gutmann (vorne sitzend, 2. v. l.) macht sich gegen TTIP stark - »seine« Bio-Bauern schlossen sich im Rahmen der traditionellen Anbaubesprechung seinem Plädoyer an.  |  NOEN, Foto: Sonnentor

Rund hundert interessierte Bio-Bauern folgten am 2. März der Einladung zur traditionellen Anbaubesprechung bei Sonnentor in Sprögnitz. Johannes Gutmann, Sonnentor-Geschäftsführer und Gründer, bekräftigt die Wichtigkeit dieser jährlichen Zusammenkunft: „Wir wollen damit schon frühzeitig die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Erntejahr schaffen und gleichzeitig die persönliche, direkte Partnerschaft mit unseren Bio-Bauern pflegen. Nur so kann unsere Zusammenarbeit langfristig funktionieren.“

Die Veranstaltung ist für die Landwirte eine gute Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. Zu den rund 180 Vertragsbauern kommen jedes Jahr einige neue Gesichter dazu.

Franz Kuderer, Sonnentor- Ansprechpartner der Bio-Bauern, freut sich besonders über den Besuch von Carlo Andreini – einem Edelkastanienmehlproduzenten aus der Toskana. „Es ist schön zu sehen, wie die Sonnentor-Familie jedes Jahr weiter wächst, auch über die Grenzen von Österreich hinaus. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

„Wenn ich das Engagement und das Feuer unserer
Bio-Bauern sehe, dann mache ich mir keine Sorgen,
dass wir alles schaffen können.“
Johannes Gutmann

Trotz stetigem Wachstum, stehen Kuderer und das Einkaufsteam weiterhin als direkte Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite. Durch den engen Kontakt können Fragen zum Anbau und der Feldpflege sehr genau beantwortet werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit schlägt sich auch in den stetig wachsenden Bio-Anbauflächen nieder.

Blattkräuter wie Pfefferminze oder Thymian gedeihen auf einer Fläche von rund 200 ha, Körnergewürze wie Fenchel oder Kümmel werden inzwischen auf über 400 ha für Sonnentor in Österreich kultiviert.

"Wertschöpfung soll bleiben, wo sie hingehört“

Neben der landwirtschaftlichen Jahresplanung kam bei der diesjährigen Anbaubesprechung auch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zur Sprache. Gutmann, der bereits die Bewegung „KMU gegen TTIP“ mit initiiert hat, befürchtet auch für die Landwirtschaft große Einbußen; einhergehend mit der Zerstörung der Lebensgrundlage für viele Familien.

„Als ich 1988 mit drei Partnern startete, hätte ich mir nie träumen lassen, dass wir so viele Arbeitsplätze schaffen. Heute gilt es mehr denn je, den Bio-Anbau in kleinstrukturierten, bäuerlichen Familienbetrieben zu sichern, damit diese Arbeitsplätze erhalten bleiben und die Wertschöpfung dort bleibt, wo sie hingehört“, so Gutmann. Seinem Plädoyer gegen TTIP schlossen sich auch die Sonnentor-Bio-Bauern an.