Erstellt am 11. Mai 2016, 05:24

von Maria Moll

Wiedermann 20 Jahre Abt: Würdigung in Dankgottesdienst. Der scheidende Stift Zwettler Klostervorsteher Wolfgang Wiedermann wurde anlässlich seines 20-jährigen Abt-Jubiläums gewürdigt und bedankt.

 |  NOEN, Maria Moll

Um Wolfgang Wiedermann zu 20 Jahren im Amt als 68. Abt des Konvents Zwettl zu gratulieren, versammelten sich seine Mitbrüder, der Diözesanbischof und der Weihbischof, zahlreiche Äbtissinnen und Äbte, Ordensleute, Vertreter der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens und viele Gläubige am Sonntagnachmittag in der Stiftskirche zu einem feierlichen Gottesdienst.
Unter der Leitung von Stiftskapellmeister Marco Paolacci schufen Sänger und Musiker den wohlklingenden musikalischen Rahmen. Auch das Volk beteiligte sich gesanglich.

„Am 6. Mai 1996 wurde ich zum Abt von Zwettl gewählt“, sagte Abt Wiedermann in seiner Begrüßung. „Diese 20 Jahre sind wie im Flug vergangen.“ Er freute sich, dass trotz des etwas ungünstigen Termins – Muttertag – so viele Gäste gekommen waren und begrüßte jene kirchlichen Würdenträger, die mit ihm um den Altar versammelt waren.

Altabt Burkhard Ellegast hielt in seiner Predigt Rückschau auf das Leben des Geehrten: „Abt Wolfgang ist in dieses wunderschöne Kloster eingetreten, den Ort, wo er leben und wirken wollte. Dann rief ihn sein Abt in das Getriebe einer großen Stadt.“ Wiedermann sollte für ein Jahr als Kaplan im Neukloster in Wiener Neustadt wirken, woraus aber elf Jahre wurden. Weitere wichtige Stationen: 1976 – Prior in Stift Zwettl, 1977 – Kaplan und ab 1993 Pfarrer in Windigsteig, „was er wahrscheinlich im Ruhestand weiter machen wird“. 1996 – Wahl zum Abt, 2007 – Wahl zum Abtpräses

„Stehen vor wichtiger Entscheidung!“

Ellegast erzählte vom Lernen im Alter: „Dein Amt läuft aus und du musst lernen, dass der neue Abt manches anders machen wird“, sagte er. Er erzählte auch, dass der Jubilar im Weinviertel aufgewachsen ist, im Vierkanter Gottes ausgebildet wurde, im Waldviertel ins Kloster eingetreten ist und im Industrieviertel sein Wirken als Seelsorger begonnen hat.

Stiftsprior Pater Gregor Bichl leitete den Festakt ein: „Nur ein Gruß wäre zu wenig, ich will auch gratulieren und Danke sagen.“ Er verwies auf die große Verantwortung, die der Abt im Leiten und Führen der Gemeinschaft getragen hat und sprach allen Helfern Dank für die Renovierung aus, durch die so viel Schönes sichtbar geschaffen wurde. „Das Leben geht weiter. Wir stehen vor wichtigen Entscheidungen“, betonte er. Mit „Das Haus Gottes soll von Weisen weise verwaltet werden“, zitierte er einen Spruch des hl. Benedikt.

Als Pater Gregor einmal zum Pfarrer von Adamov sagte: „Ihr habt ein Stück Zwettl in eurer Pfarre“ – gemeint war der Teil des gotischen Hochaltars, der sich in Adamov befindet – antwortete dieser: „Und ihr habt in Zwettl ein Stück meines Herzens.“ „Wenn Sie das auch sagen können, ist mir um die Zukunft nicht bange“, schloss der Prior.

„Es ist schwer, der Eigenart vieler zu
dienen.“ Abt Reinhold Dessl

Bischof Klaus Küng dankte Wiedermann im Namen der Diözese: „Du bist ein wichtiger Grundstein für die Kontinuität des Klosters.“ Er wünschte viele Jahre der Gesundheit mit Frieden im Herzen. Abt Maximilian Heim konzentrierte sich in seiner Ansprache auf drei Dinge: Stift Zwettl als lebendige Tochter des Mutterklosters Heiligenkreuz, Abt Wolfgang als väterliche Gestalt und die Anregungen aus dem 2. Vatikanischen Konzil. Auch Abt Reinhold Dessl, der Vorsitzende der bevorstehenden Abtwahl, richtete Worte an den Zwettler Abt. Er stellte u. a. fest: „Es ist schwer, der Eigenart vieler zu dienen.“

In seine Dankesworte flocht der scheidende Abt launige Erzählungen über Episoden seines Wirkens ein. Besonders dankte er dem Familiar Franz Romeder: „Für ihn war das Stift Zwettl in den Jahren der Renovierung die Lebensaufgabe.“ Abschließend lud der Abtpräses zur Agape in die Orangerie ein.