Erstellt am 16. November 2015, 10:20

von Maria Moll

Süße Kunstwerke sorgen für Stimmung. Peter Forstner öffnete wieder traditionelle Schau in der Stifts-Orangerie, die diesmal zwei Kulturen gewidmet ist.

Konditormeister Peter Forstner (2. v. r.) lud am Donnerstagabend zur Eröffnung der Ausstellung von Lebkuchenhäusern in der Orangerie Stift Zwettl, die Österreichs Wirtschaftsdelegierter Gustav Gressl (r.) vornahm. Weitere Ehrengäste waren (v. l.) Vizebürgermeister Hannes Prinz und Bezirkshauptmann Michael Widermann, der Schirmherr der Veranstaltung.  |  NOEN, Maria Moll

Obwohl es am Abend des 12. November weder kalt noch nebelig oder gar verschneit war, entstand in der Orangerie des Stiftes Zwettl bei der Eröffnung der Ausstellung kunstvoll verzierter Lebkuchenhäuser vorweihnachtliche Stimmung.

„Der Duft und der erwärmende Anblick von Lebkuchen bringen das Flair von Advent zu uns“, bemerkte der Schirmherr der Veranstaltung, Bezirkshauptmann Michael Widermann. Verstärkt wurde dieses Gefühl durch alpenländische Volksmusik, von vier Mitgliedern der Familienmusik Trauner aus Altenburg auf Violine, Hackbrett, Gitarre und Violoncello vorgetragen.

Lebkuchenkultur verliert in Europa an Popularität

Konditormeister Peter Forstner wollte durch die Gestaltung der Ausstellung zwei Kulturen einander näherbringen: Amerika und Europa - die Ausstellungsstücke sind durch Fähnchen entsprechend gekennzeichnet. Aber „dadurch, dass europäische Auswanderer die Lebkuchenkultur mit nach Amerika genommen haben, wurde uns die Arbeit erschwert“, sagte Forstner. „In Europa verliert diese Tradition zusehends an Popularität.“

Die Ausstellung sollte durch einen Ehrengast mit Amerikabezug eröffnet werden. In Gustav Gressl, der zehn Jahre lang als Österreichs Wirtschaftsdelegierter für Nord- und Lateinamerika mit seiner Familie in Houston, Texas lebte, war der Richtige gefunden. Er schilderte sein befremdliches Gefühl, wenn die Amerikaner die Klimaanlage auf kalt stellten und den Kamin heizten, um weihnachtliche Stimmung zu erzeugen. „In Amerika bin ich dann auch mit den Gingerbreadhouses in Kontakt gekommen“, erzählte er.

Und zuletzt hatte er auch noch ein Ratschlag als Mann der Wirtschaft: „Als junger Mensch würde ich heutzutage in Europa ein Handwerk lernen und dann nach Amerika gehen. Durch unsere duale Ausbildung bieten sich die besten Chancen.“

Die Ausstellung ist bis 20. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kinder bis zum 12. Lebensjahr haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen drei Euro.