Erstellt am 10. März 2016, 05:29

von Brigitte Lassmann-Moser

TTIP ließ in Pölla Emotionen hochgehen. Bürgerliste "Für Pölla und Freiheitliche" hatte eingeladen, der Abend verlief zwar emotional, aber doch sachlich.

Die Gemeinderäte der Liste „Bürger für Pölla – Freiheitliche“, die die TTIP-Diskussion organisierte, Franz Wögen stein und Manfred Brunner mit den Podiumsteilnehmern Georg Mayer (Arbeiterkammer), Johannes Gutmann (Sonnentor), Moderartor Hannes Ramharter (NÖN), Josef Etzenberger (SPÖ-Bauern), Lukas Mandl (ÖVP-Abgeordneter), Manfred Mitmasser (Freiheitliche und Unabhängige Bauern) sowie Franz Obermayr (FPÖ-Europaabgeordneter, v. l.).  |  NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Was verbirgt sich hinter TTIP und CETA und welche Bereiche unseres Lebens sind davon betroffen? – Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der die Bürgerliste „Für Pölla und Freiheitliche“ mit den Gemeinderäten Franz Wögenstein und Manfred Brunner an der Spitze am Freitag, 4. März, in das Gasthaus Speneder geladen hatte.

Die Verhandlungen zu den geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) sowie der EU und Kanada (CETA) laufen seit geraumer Zeit, aber großteils im Geheimen. Durchgesickerte Inhalte lösen heftige Kritik und Proteste aus. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, organisierte die Bürgerliste aus Pölla diesen Abend, bei dem sich Kenner der Thematik aus verschiedenen politischen Lagern den Publikumsfragen stellten.

Unter der Leitung von Hannes Ramharter, Chef vom Dienst der NÖN, diskutierten Josef Etzenberger, Bundesvorsitzender der SPÖ-Bauern, Johannes Gutmann, Bio-Pionier und Sonnentor-Gründer aus Sprögnitz, Landtagsabgeordneter Lukas Mandl (ÖVP), Georg Mayer (Arbeiterkammer), Manfred Mitmasser (Milchbauer und Landeskammerrat der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauern) sowie der freiheitliche Europaparlamentarier Franz Obermayr.

„Stecken noch mitten in Verhandlungen“

Im Publikum waren auch Nationalratsabgeordneter Werner Groiß (ÖVP), Landtagsabgeordneter Udo Landbauer (FPÖ), Pöllas Bürgermeister Günther Kröpfl (ÖVP) sowie Bauernkammerobmann Dietmar Hipp.

Abgesehen von Lukas Mandl waren am Podium ausschließlich TTIP-Gegner vertreten, dennoch betonte Mandl: „Es wäre unseriös, heute eindeutig dafür zu sein oder eindeutig dagegen, weil wir mitten im Verhandlungsprozess stecken.“

Aus dem Publikum – der Saal war gut gefüllt – kamen nach den Eingangs-Statements zahlreiche Anfragen bzw. Wortmeldungen. Insgesamt verlief die Diskussion sehr emotional, wenn auch großteils recht sachlich. Grundtenor der Wortmeldungen: Das Handelsabkommen sei nur dazu da, die großen Konzerne noch größer zu machen und die kleinen heimischen Produzenten, vor allem in der Landwirtschaft, zu schädigen. Der Konsument werde aber, so ein Landwirt im Publikum, genauso betrogen wie der Bauer.

„Insgesamt ist heute mehr Engagement zusammengekommen, als ich geträumt habe“, meinte Abgeordneter Lukas Mandl zusammenfassend.