Erstellt am 29. Oktober 2015, 04:12

von René Denk

Umfahrung Zwettl im Zeitplan. Bauherrenvertreter sind zufrieden, strikter Bauplan wurde bis jetzt ohne gröbere Probleme eingehalten. 165 Mitarbeiter arbeiten derzeit an der Umfahrung.

Derzeit wird auch am Kamp-Talübergang der Umfahrung Zwettl gebaut. Zwei der fünf Talübergänge wurden bereits fertiggestellt. Karl Kappl (Projektleiter Straße Land NÖ) und der Gesamtprojektleiter des Ladnes Wolfgang Leitgöb bestätigen im NÖN-Gespräch, dass das Waldviertler Megaprojekt genau im Zeitplan verläuft.  |  NOEN, Foto: René Denk

An der Umfahrung Zwettl wird bereits seit Ende des Vorjahres gebaut. 35 Prozent der Bauarbeiten des 158 Millionen Euro teuren Projektes sind nun bereits abgeschlossen, bestätigen Wolfgang Leitgöb, Gesamtprojektleiter des Landes, und Karl Kappl, Projektleiter Straße.

„Als Bauherrenvertreter bin ich sehr zufrieden. Die Baufirma liegt gut im Zeitplan und arbeitet qualitativ hochwertig“, erklärt Leitgöb im NÖN-Gespräch. Der Zeitplan sei sehr strikt, dennoch würde ihn die ARGE Umfahrung Zwettl (Swietelsky, Leyrer + Graf und Strabag schlossen sich hierfür zusammen) ohne gröbere Probleme bisher einhalten.

Derzeit arbeiten 165 Arbeiter an der Großbaustelle, die einen 10,7 Kilometer langen Halbring um die Stadt Zwettl bilden wird. Neben zahlreichen kleineren Baustellengeräten werden auch größere Geräte, wie vier 40-60 Tonnen-Bagger, fünf 70 Tonnen-Muldenkipper, drei 25 Tonnen-Walzen und drei 50-80 Tonnen Schubraupen eingesetzt. Im Zuge der Umfahrungsarbeiten wurde die Trassenführung der B 36 Richtung Vitis auf 1,1 Kilometer optimiert und neu errichtet.

In diesem Teilbereich wurden bereits bis 28. August sämtliche Bauarbeiten, wie zum Beispiel Bodenmarkierungen, Verkehrszeichen, Leitschienenmontage, Entwässerungsanlagen inklusive Retentions- bzw. Versickerungsbecken sowie der Bau dreier Brücken abgeschlossen.

Erdtransport abseits öffentlicher Straßen

Innerhalb von 90 Tagen wurde auch bei der Landesstraße 8235 nach Gradnitz eine darüber führende Brücke auf einer Länge von 350 Metern errichtet, die die zukünftige B 38-Haupttrasse auf einer Länge von 350 Metern darstellt. Weiters sind die Talübergänge über den Gradnitzbach und über den Strahlbach im Rohtragwerk fertig und sollen den Erdtransport auf der Baustelle ermöglichen, ohne das öffentliche Straßennetz zu belasten.

Auf der L 8244 nach Stift Zwettl wurden ebenfalls alle Bauarbeiten abgeschlossen. In 110 Tagen errichtete die ARGE die Landesstraße inklusive einer Brücke auf einer Länge von rund 400 Metern neu. Die Landesstraße wird künftig über die B38-Trasse niveaufrei geführt.

Fertigstellung für Mitte 2017 geplant

Derzeit werden noch am Talübergang über den Kamp und über die Zwettl die Betontragwerke hergestellt. Gleichzeitig wird an weiteren sieben Brücken, unter anderem auch an der künftigen Anschlussstelle Rudmanns gearbeitet. Im Bereich Rudmanns wird zudem ein neben der B 38 bestehender Straßenkanal mit einem Rohrdurchmesser von einem Meter in einer Tiefe von acht Metern verlegt.

Aufgrund der enormen Tiefe des Kanals wird dieser nicht im herkömmlichen Künettenverfahren errichtet. Der dortige Bereich wird abgesichert und der offen bleibende Graben wird mit abgeböschten Flanken gebaut. Dabei werden Kanalschächte mit einem Außendurchmesser von bis zu 2,3 Metern verlegt.

„2016 soll an der Querung Richtung Demutsgraben weitergearbeitet werden. Dort wird auf eine Länge von 600 Metern eine neue Straße inklusive einer Brücke gebaut. Weiters wird an den bestehenden Baustellen weitergearbeitet“, erklärt Leitgöb. Die Fertigstellung der Umfahrung Zwettl ist für Mitte 2017 geplant.