Erstellt am 15. Juni 2016, 06:20

von René Denk

Unwetter: 130.000 Euro Schaden. Seit dem Baubeginn gab es noch kein Wetterereignis, das annähernd so hohe Schäden verursachte.

Das Bankettmaterial der Weitraer Straße (L71) wurde ausgewaschen, das Unwetter zerstörte auch eine Feldzufahrt.  |  NOEN, Christoph Terrer
Starke Schäden richtete das kurze aber heftige Unwetter am 4. Juni an der Umfahrung Zwettl an.

„Wir schätzen, dass alleine dieses Unwetter rund 130.000 Euro an Schäden verursacht hat“, erklärt Dominik Horacek, Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Bau Umfahrung Zwettl im NÖN-Gespräch.

Künette in Richtung Strahlbach ausgeschwemmt

Bis auf dieses Unwetter blieb das 158 Millionen Euro Projekt weitestgehend verschont: Im gesamten Vorjahr verursachte das Wetter nur rund 70.000 Euro an Schaden, heuer sind es laut Schätzung der ARGE jetzt 150.000 Euro.

Seit Februar hätte es, so Horacek geringer Reinigungsmaßnahmen bedurft, da meistens nur diverse Verschlammungen aufgetreten seien. Das Unwetter am 4. Juni brachte allerdings eine Vielzahl an Schäden mit sich.

So wurde das Bankett im Bereich des L71-Provisoriums in Fahrtrichtung Weitra ausgeschwemmt und von den Hügeln fast das gesamte Material dort abgetragen. Material wurde auch in den Wald und in eine Wiese geschwemmt. Schotter liegt dort im hohen Gras.

Weiters wurde die Künette der EVN in Richtung Strahlbach ausgeschwemmt, teilweise liegt bzw. lag dort das Kabelwarnband frei.

Erdreich war auf Wassermassen anfällig

Feinteile wurden durch die Wassermassen teilweise auch auf die fertige Schottertragschicht bei der L71 eingebracht. Bei den Großbrücken Strahlbach und Gradnitz wurde die Fahrbahnübergangskonstruktion überschwemmt und verschmutzt. Im kompletten Bereich der Schlepp-Platte ist alles voll Schlamm.

Die Böschung am linken Ufer der Stahlbach wurde an mehreren Stellen stark erodiert. An einer Stelle liegt das Rohr des neuen Ableitungskanals und der Schacht frei. Abgetragenes Material und Geröll blieb am Weg unterhalb der Böschung liegen. Horacek erzählt auch, dass bisher durchgeführte Maßnahmen der Rekultivierung und Begrünung sämtlicher Böschungen bei den Großbrücken auf den ersten Blick verloren scheinen. Auch wurde ein Entwässerungsbecken verschmutzt und diverse Kanalstränge verschlammt.

Trotz der zahlreichen Schäden ist die Mannschaft der ARGE bei den Bauarbeiten vollkommen auf Kurs und der Bauzeitplan wird in keinster Weise beeinflusst. Ist das Wetter heuer soviel schlimmer, wie im Vorjahr?


„Nein, aber die Erdarbeiten waren 2015 nicht so weit fortgeschritten. Zudem haben wir - auch wenn wir unmittelbar nach dem Humusauftrag mit der Begrünung begonnen haben - derzeit viele heikle Bereiche: Es dauert drei bis vier Wochen, bis das Gras etwas verwurzelt. Solange das nicht passiert, ist das Erdreich sehr anfällig“, erklärt der ARGE-Projektleiter.