Erstellt am 15. Juni 2016, 02:40

von Maria Moll

Viele Besucher bei Nacht der Kirchen. Abend wurde so gestaltet, dass die Gäste das gesamte Programm nutzen konnten.

Auch Chorleiterin Manuela Schürr lauschte im Karner der Propstei den würdigen gregorianischen Gesängen von (v. r.) Alfred Koller, Werner Schwarzmann, Rudolf Brandeis, Ralf Wittig und Josef Koppensteiner.  |  NOEN, zvg

Bereits zum neunten Mal fand österreichweit am 10. Juni die „Lange Nacht der Kirchen“ statt. In Zwettl lockte das reichhaltige Programm unter dem Motto „Kirchen. Singen. Wandern“ zahlreiche Besucher in die Gotteshäuser.

Start im Karner der Propstei

In der Stadt war der Programmablauf zeitlich so angeordnet, dass Interessierte das gesamte Angebot nutzen konnten. Beginn war im Karner der Propstei. Fünf Herren führten mit gregorianischen Gesängen ins Mittelalter, „eine Zeit, in der unser Raum durch die Kuenringer besondere Bedeutung erlangte“, erzählte Restaurator Ralf Wittig.

In der Zeit entstand auch der Karner, damals eine prächtig geschmückte Kapelle, die so mit Gütern ausgestattet wurde, dass ein eigener Priester Gottesdienste feiern konnte. Durch spätere Kriegswirren und Religionskämpfe verlor der Karner an Bedeutung.

Zweite Station der Wanderung war die Stadtpfarrkirche. Stadtpfarrer Franz Josef Kaiser verwies auf interessante Details der Kirchenausstattung. Die vielen Besucher sangen unter der Leitung von Manuela Schürr. Sie besichtigten die Orgel aus der Nähe und lauschten dem Spiel der Organisten Franz Öls und Gerhard Wagner.

Großartige Akkustik beeindruckte

Anschließend luden Marina Sulzbachner (Gesang) und Edwin Kainz (Klavier) mit „Liedern von Nah und Fern“, von Georg Friedrich Händel bis John Lennon und Simon & Garfunkel zur „Begegnung auf Ohrenhöhe“ in die Bürgerspitalskirche. Die beiden Musiker zeigten sich „überwältigt von der großen Zahl an Besuchern und der großartigen Akustik“. Und sie erbaten Spenden zur Unterstützung von Nubigena – Wolkenkind.

Parallel zum Programm in der Stadt bot das Stift insgesamt zehn Programmpunkte, darunter Führungen, eine Schnitzeljagd für Kinder, ein Orgelkonzert, stille Anbetung in der Chorkapelle in der Klausur als „Raum der Stille“ oder die Abschlussandacht im romanischen Kapitelsaal, wobei im Kreuzgang kunstvolle Kränze der Floristen zu bewundern waren.