Erstellt am 16. Oktober 2015, 05:22

von Markus Füxl

Verunsicherung auch in Zwettl spürbar. Viele Leute informieren sich beim ÖAMTC Zwettl und lassen sich über die weitere Vorgangsweise informieren.

Franz Preiser vom Autodienst Preiser in Groß Gerungs weiß, dass die Abgaswerte für die meisten Kunden beim Kauf eines Fahrzeuges nicht ausschlaggebend sind.  |  NOEN, Markus Füxl

Die Unsicherheit der VW-Fahrer im Bezirk aufgrund des Abgas-Skandals ist spürbar. Für Betroffene der manipulierten Dieselmotoren vom Typ EA 189 wird es ab 2016 eine Rückrufaktion geben.

Ende September hat die Umweltbehörde EPA mitgeteilt, dass VW in Automarken der Baujahre 2009 bis 2015 eine Software eingebaut hat, die die Abgaswerte bei einer Testung am Prüfstand manipuliert. Laut Angaben des Konzerns sind in Österreich insgesamt 363.400 Fahrzeuge betroffen, davon 180.500 VW-Pkw und 24.400 VW-Nutzfahrzeuge, der Rest verteilt sich auf die Marken Audi, Seat und Skoda.

Franz Preiser vom gleichnamigen Autodienst in Groß Gerungs erklärt im Gespräch mit der NÖN, welche Auswirkungen der Skandal haben könnte: „Da es sich hier auf Dieselfahrzeuge beschränkt, wird vor allem der Klein- und Kompaktwagensektor aufgrund der Benzintechnologien eine Renaissance erleben. Manche Händler werden beim Eintausch von Gebrauchtwagen etwas vorsichtig sein.“

„Vor allem der Klein- und Kompaktwagensektor
wird eine Renaissance erleben.“
Franz Preiser

Vor allem am Gebrauchtwagenmarkt sind für Franz Preiser aber keine großen Einbußen zu erwarten, denn die wenigsten Käufer würden ihre Entscheidung aufgrund der Abgaswerte treffen: „Beim Autokauf geht es vor allem um Optik und Emotion.“

Dass die Frage nach der Umweltfreundlichkeit für viele aber immer wichtiger wird, weiß Ewald Braunstein vom ÖAMTC Zwettl: „In der Vergangenheit haben diese Werte keine große Rolle gespielt. In den letzten zwei Jahren wurden sie aber immer wichtiger, da etwa die Haftpflichtversicherung und die Prämienzahlung von den Abgaswerten abhängen.“

Die Unsicherheit bei den VW-Fahrern ist auch im Bezirk spürbar, es kommen laut Braunstein derzeit viele Leute auf den Stützpunkt, um sich beraten zu lassen. Kunden können sich aktuell auch über die jeweilige Markenhomepage (z.B. unter info.volkswagen.de/de/de/home.html ) informieren, ob ihr Fahrzeug betroffen ist, erforderlich ist dazu nur die Fahrzeug-Identifizierungsnummer.

Wie Volkswagen kürzlich verlautbart hat, wird es nächstes Jahr eine Rückrufaktion geben. Richard Mieling, Pressesprecher der Porsche Holding, erklärt der NÖN gegenüber den Ablauf: „Jeder betroffene Kunde sollte im Lauf dieser Woche einen Brief erhalten, in dem der Aktionsplan vorgestellt wird. Sobald der Rückruf anläuft, werden die Händler im Bezirk informiert und man kann sich bezüglich Termin der Nachrüstung absprechen.“ Die Aktion ist für Kunden kostenlos. Mieling hält abschließend fest: „Man kann bis dahin das Fahrzeug uneingeschränkt nützen, es besteht keine technische oder sicherheitsrelevante Einschränkung. Alle neuen Autos, die aktuell verkauft werden, erfüllen Abgasnorm EU6 und sind nicht betroffen.“