Waldhausen

Erstellt am 20. Juli 2016, 05:12

von Brigitte Lassmann-Moser

Nachforderungen sorgen für Unruhe. Gemeinde Waldhausen ist unter Zugzwang: Zahlreiche Bauakte müssen aufgearbeitet werden.

Ein Bauplan eines Architekten mit einem Taschenrechner und Eurogeld. Symbolfoto für Finanzierung und Planung eines neuen Hauses.  |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Hunderte Bescheide hat die Marktgemeinde Waldhausen ausgeschickt, in denen die Fertigstellungsmeldung von Bauprojekten gefordert wird – auch wenn diese bereits vor mehr als 40 Jahren gebaut wurden. Das sorgt teilweise für Unruhe in der Bevölkerung.

Vorausgegangen war diesem Schritt eine Überprüfung des Landes, das der Gemeinde nahegelegt hat, die Bauakten in Ordnung zu bringen, wie Bürgermeister Christian Seper (ÖVP) auf Anfrage der NÖN erklärt. Zahllose Bauakte wurden deshalb durchforstet, und bei allen Objekten, die bewilligt wurden, aber die gesetzlich fest geschriebene Fertigstellungsmeldung fehlt – entsprechend der früheren und mittlerweile abgeschafften Kollaudierung –, wird diese nun nachgefordert.

„Das ist auch im Eigeninteresse des Bauwerbers und alleine schon aus versicherungs- und bautechnischen Gründen wichtig“, so Seper. Die Rede ist von rund 270 Bescheiden, eine Zahl, die Seper nicht bestätigen will. Jedenfalls muss nun eine dazu befugte Person bestätigen, dass die Bauausführung auch dem bewilligten Plan entspricht.

Sensibles Thema ist problematisch

„Stellen Sie sich vor: Welcher Baumeister oder Häuslbauer hat darüber nach so langer Zeit noch Unterlagen?“, fragt ein Waldhausener. Was ist, wenn das Objekt selbst mittlerweile bereits vererbt oder verkauft wurde?

Bürgermeister Christian Seper ist bewusst, dass das ein sensibles Thema und nach so langer Zeit auch problematisch sein kann. „Aber wenn ich das nicht tue, mache ich mich des Amtsmissbrauchs schuldig!“ Das Gemeindeoberhaupt betont aber, dass man auf die Bauwerber keinen Druck ausüben werde, sondern die Sache mit Fingerspitzengefühl angehe.

„Wir handhaben das vernünftig, bereiten das für Betroffene auf und stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite“, meint Seper, der aber die Bauwerber nicht ganz aus der Pflicht nehmen will. Großteils handle es sich bei den beanstandeten Objekten um Schuppen, Stallgebäude, Zubauten, Senkgruben… Nur ein kleiner Teil betrifft Wohnhäuser.

Wenn der Bau zwischenzeitlich verändert und das auch bewilligt wurde, ist der Fall ebenso erledigt, wie wenn er erst gar nicht realisiert wurde. Und oft gibt es sogar eine Benützungsbewilligung, liegt aber dem Bauakt nicht bei. Übrigens dürfte Waldhausen nicht die einzige Gemeinde sein, die ihre Bauakten aufarbeiten muss…