Erstellt am 15. September 2015, 08:45

von René Denk

Gewinner bei Ernte. Die trockene Witterung im Frühjahr und im Sommer brachte auch Erntegewinner 2015 hervor: Johanniskraut, Hanf und Ginkgo.

Die Ginkgo-Ernte läuft derzeit bei den Waldland-Mitgliedsbetrieben in vollen Zügen und ist heuer bereits ein voller Erfolg. Im Bild: Waldland-Prokurist Franz Tiefenbacher mit Pflanzenbauberaterin Silvia Pabisch und Ginkgo-Projektleiter Andreas Strohmaier (vorne von links) sowie den Erntefahrern Josef Weber und Bernhard Dirnberger (hinten).  |  NOEN, René Denk

Das trockene Frühjahr und der trockene Sommer haben der Landwirtschaft zugesetzt. „Wir sind natürlich auch betroffen. Aber mit unserer Vielfalt und unseren vielen verschiedenen Anbauregionen und Kulturen konnten wir das gut abfedern“, sagt Waldland-Marketingleiterin Hannelore Zinner.

„Ich sage immer, wir sind von der Natur gesteuert“, ergänzt Prokurist Franz Tiefenbacher. Bei Waldviertler Graumohn und Schnittlauch gäbe es dieses Jahr eine unterdurchschnittliche Ertragssituation. „Das Volumen war beim Mohn da, aber es gab viele unreife oder qualitativ schlechte Mohnkörner, die unsere Qualitätskontrolle aussondert. Das war in den Bezirken Horn oder Krems viel drastischer, als im Bezirk Zwettl. Da gab es mit der Region Ottenschlag beispielsweise einen positiven Ausreißer“, so der Naturstoffe-Verantwortliche weiter. Graumohn wird auf 800 Hektar Ackerfläche im Waldviertel angebaut. Es gab beim Mohn, genauso wie beim Schnittlauch, 20 bis 30 Prozent weniger Ertrag. Dafür sei aber die gute Qualität auch heuer garantiert, was bei Weitem nicht selbstverständlich ist.

Johanniskraut, Hanf und Ginkgo große Gewinner

Waldland verfügt aber auch über große Gewinner des heurigen Jahres. 20 bis 30 Prozent konnte mehr Johanniskraut geerntet werden - und das noch dazu in besserer Qualität. Das Kraut wird für Antidepressiva verwendet. Auch der Hanf, den Waldland für die Pharmazie anbaut, entpuppte sich als sehr robuste Pflanze und wies dieses Jahr ähnlich gute Erfolge wie das Johanniskraut auf. Auch dort gab es einen hervorragenden Wirkstoffgehalt und dort wird nur der Blühhorizont geerntet. Rund 200 Hektar wurden heuer angebaut.

Am meisten freuten sich Zinner und Tiefenbacher, endlich den Erfolg der letzten fünf bis sieben Jahre durch namhafte Erträge bei der Ginkgoernte einfahren zu können. Die Blätter der Bäume (sie brauchen mindestens drei Jahre, um zu blühen) werden vor allem für Alzheimer- und Demenzpräparate verwendet und gelten als besonders durchblutungsfördernd. Auch musste die Erntetechnik dazu erst selbst entwickelt und ausgereift werden. 120 Hektar wurden bisher angebaut. „Wegen der verlässlichen und stabilen Erntemengen und der gesicherten Abnahmemengen stehen die Vorzeichen auf Ausweitung sehr gut“, freut sich Tiefenbacher.