Erstellt am 02. Dezember 2016, 05:23

von Redaktion Gmünd

Pröll am Ohr der Bürger. Der Landeshauptmann hörte sich die Sorgen zahlreicher Anrufer an, die vorgebrachten Probleme waren sehr vielfältig.

 |  Erich Marschik

Rund 30 Personen hatten sich in der Vorwoche für die NÖN-Telefonsprechstunde mit Landeshauptmann Erwin Pröll angemeldet. Mit sieben sprach der Landeshauptmann am Mittwoch persönlich, die anderen Angemeldeten wurden vom Büro Erwin Prölls zurückgerufen.

Ein Anrufer aus Gneixendorf thematisierte die schweren Unfälle auf der Bundesstraße 37 und den dort nicht vorhandenen Lärmschutz. Durch eine Tempo-70-Regelung würde man „zwei Fliegen auf einen Schlag“ erwischen, meinte der Anrufer. „Ich nehme Ihren Vorschlag mit und gebe ihn den Straßenbauern, die das dann mit Verkehrs-Experten besprechen sollen“, antwortete der Landeshauptmann.

„Wir schauen uns das an...“

Der nächste Anruf betraf ein Widmungsproblem im Bezirk Krems. Ein als Bauland gewidmetes Grundstück habe nur außerhalb des Ortsgebietes eine Zufahrt, daher würde die Gemeinde die Aufschließung verweigern“, meinte der Anrufer. „Da ist irgendetwas unlogisch, das müssen wir uns genau anschauen“, meinte der Landeshauptmann, der aber auch einräumte, dass diesbezüglich die zuständige Gemeinde das Entscheidungsrecht habe.

Um den Wiedereinstieg ihrer Tochter in den Beruf ging es der nächsten Anruferin. Nach der Geburt von drei Kindern möchte die junge Frau wieder in einem Landeskrankenhaus arbeiten. „Wir schauen uns das an...“, versprach Erwin Pröll. Ein weiteres Anliegen dieser Frau war ein Franken-Kredit, den die Familie der Anruferin vor acht Jahren aufgenommen hatte. Die zuständige Bank habe bisher alle Wünsche der Frau nach einem Gespräch über diesen Kredit abgelehnt. „Ich fürchte, Sie werden nicht die Einzige sein, der das passiert ist“, meinte Pröll und versprach, dass er sich einsetzen werde, dass ein Gespräch zustande kommt.

Ebenfalls zwei Anliegen brachte ein Polizist vor. Einerseits ersuchte er, seine Bewerbung als Lehrer der Polizeischule zu unterstützen, andererseits bat er, ein Aufnahmegesuch seiner Gattin in den Landesdienst zu befürworten. Nachdem sich der Landeshauptmann genau über die Qualifikationen der Frau informiert hatte, versprach er, sich die Unterlagen kommen zu lassen und diese genau zu prüfen. „Ich habe da vielleicht eine Idee...“, meinte er.

„Da gibt es ganz strenge Vorschriften“

Ein Problem mit einem bei einem Teich errichteten Gebäude hatte eine Anruferin aus Zwettl. Sie hat für dieses Gebäude nämlich einen Abbruchbescheid bekommen. „Der Bürgermeister kann das nicht genehmigen, es gibt diesbezüglich genaue Vorschriften und ich kann niemand zum Gesetzesbruch verleiten“, machte Pröll der Anruferin wenig Hoffnung. Dennoch will Erwin Pröll die Fakten von der Bezirkshauptmannschaft einholen, aber „wie gesagt, da gibt es strenge Vorschriften...“

Mit einem schwierigen Problem wandte sich eine Anruferin aus dem Bezirk Krems an den Landeshauptmann. Sie hat eine Tochter, die an Schizophrenie leidet, wodurch es immer wieder zu Problemen für die Mutter und die gesamte Familie kommt. Der Anruferin ging es vor allem um die Möglichkeit, eine begrenzte Sachwalterschaft ausüben zu können. „Es ist selten, dass ich ratlos bin, was man da tun kann, ich werde mich aber in unseren Abteilungen erkundigen, welche Möglichkeiten es gibt. Wir bleiben in Kontakt“, versprach Erwin Pröll.

Die letzte Anruferin stammt aus dem Bezirk Gmünd. Zu ihrem alten Bauernhaus gehöre auch ein Löschteich, erzählte sie, und für diesen habe sie nun von der Bezirkshauptmannschaft so viele Auflagen erhalten, dass sie sich die Erfüllung nicht leisten könne. Wenig überraschend die Antwort des Landeshauptmannes: „Wir schauen uns den Akt einmal an!“