Erstellt am 06. April 2016, 04:54

von Brigitte Lassmann-Moser

Wieder einwandfreies Trinkwasser gesichert. Kurz vor Abschluss der Arbeiten gab es einen Lokalaugenschein vor Ort, direkt in einer der Wasserkammern.

Wassermeister Norbert Weißensteiner, Bürgermeister Prinz und Stadtrat Ewald Gärber lassen sich vom technischen Planer Michael Musil die einzelnen Schritte der Sanierung erklären.  |  NOEN, zVg
Sie ist ca. sieben Meter tief, hat eine Grundfläche von rund 12 x 10 Metern und fasst etwa 750 m3 Wasser. Sie, das ist eine von zwei spiegelgleichen Kammern im Hochbehälter auf der Propstei, dessen Sanierung vor der Fertigstellung steht.

Kurz vor der Befüllung der letzten der sechs Wasserkammern – in der Stadt gibt es neben jenem auf der Propstei noch Hochbehälter in der Karl Kastner-Straße sowie in der Weitraer Straße – stiegen in der Vorwoche Bürgermeister Herbert Prinz, der für Wasser und Abwasser zuständige Stadtrat Ewald Gärber, Wassermeister Norbert Weißensteiner und der mit der Sanierung befasste technische Planer Michael Musil in den Behälter ein – eine einmalige Gelegenheit.

Erste Sanierung vor vier Jahren

Vor vier Jahren wurde der erste Hochbehälter saniert, die Sanierung der ersten Kammer des Hochbehälters auf der Propstei, des größten in der Gemeinde, ging letzten Herbst über die Bühne – sie ist bereits wieder voll befüllt und in Betrieb –, jene der zweiten Kammer erfolgte jetzt im Frühjahr.

Die Gemeinde hat für die Sanierung der Hochbehälter viel Geld in die Hand genommen: Jene auf der Propstei verschlang eine halbe Million Euro, insgesamt wurden in den letzten Jahren zwei Millionen in Renovierungsmaßnahmen investiert.

Trinkwasser hat große Bedeutung

„Das Trinkwasser hat für die Bevölkerung eine große Bedeutung“, meinte Bürgermeister Herbert Prinz beim Lokalaugenschein. Deshalb freue er sich über den Abschluss der Sanierung der Zwettler Hochbehälter, weil „damit wieder einwandfreies Trinkwasser gesichert ist und das Risiko einer Verkeimung minimiert wurde“, so Prinz.

Warum musste überhaupt saniert werden? Die drei Hochbehälter in der Stadt und die sieben in den Katastralgemeinden sind mittlerweile rund 50 Jahre alt. Das größte Problem sei, so Michael Musil, die Zusammensetzung des Wassers, die – nicht für den Menschen, aber für das Bauwerk – zu aggressiv ist. „Da zu wenig Kalk enthalten ist, versucht das Wasser, ein Gleichgewicht herzustellen und nimmt aus dem Betonkörper den fehlenden Kalk. Das schwächt über die Jahrzehnte die Struktur“, erklärte Musil. Das Wasser frisst quasi den Kalk aus der Wand, die dadurch löchrig wird, und je rauer die Oberfläche ist, desto eher können sich Keime bilden, was wiederum schlecht für das Trinkwasser ist.

Die Gemeinde hat sich übrigens entschlossen, die Sanierung auf rein mineralischer Basis durchführen zu lassen, d. h. es wurde lebensmitteltauglicher Mörtel verwendet. Die beschädigte Schicht wurde mittels Hochdruckreiniger von den Wänden herunter gestrahlt, was mehrere Wochen in Anspruch nahm, auch deshalb, da das gesamte Material über Seilwinden aus der Wasserkammer hinausbefördert werden musste.

„Hochleistungsmörtel“ kommt zum Einsatz

Auf den gesunden Betonkern kommt dann die Beschichtung mit teurem „Hochleistungsmörtel“, so Musil, um die Oberfläche so glatt wie möglich zu machen, um eine Verkeimung zu verhindern. Sobald die Nachbehandlung abgeschlossen ist, wird der Behälter desinfiziert. Und erst wenn nach der Befüllung die gezogenen Wasserproben einwandfrei sind, wird das Wasser freigegeben. Neben den Kammern wurden übrigens auch die technischen Leitungen, die Fassade (Wärmedämmung) etc. saniert und auf den modernsten Stand gebracht.

Die drei Hochbehälter in der Stadt versorgen die Bevölkerung mit EVN-Wasser, das in der Weitraer Straße eingespeist wird. Die Quellen, über die die Stadt verfügt, bedienen die Behälter Rudmanns, Kleinschönau und Oberwaltenreith. Übrigens: Jährlich werden in der Gemeinde Zwettl rund 350.000 m3 Wasser verbraucht.