Erstellt am 19. Mai 2016, 05:14

von Brigitte Lassmann-Moser

Windkraft: „Derzeit steht alles!“. Um geplante Projekte im Bezirk ist es ruhig geworden. Bürgermeister wollen Ökostromnovelle, damit es wieder weitergeht.

Symbolbild  |  NOEN, BVZ/Müllner

30 Bürgermeister haben sich in der Vorwoche mittels Unterschrift für eine Ökostromnovelle stark gemacht. Obwohl im Bezirk Zwettl mehrere Windkraftprojekte im Laufen sind, hat nur Grafenschlags Bürgermeister Robert Hafner diese Unterstützungserklärung der Interessensgemeinschaft Windkraft unterzeichnet.

Die Bürgermeister sehen durch die fehlenden Rahmenbedingungen des Ökostromgesetzes Arbeitsplätze und Investitionen gefährdet. Land und Bund hätten sie animiert, Windparks zu genehmigen, jetzt stünden baureife Projekte in der Warteschleife.

„Jeder Betreiber hat bereits viel
Geld investiert, jetzt steht alles!“
Bürgermeister Robert Hafner


Im Bezirk Zwettl haben die geplanten Windparks im vergangenen Jahr massiv für Aufregung gesorgt, in den betroffenen Gemeinden haben sich Bürgerinitiativen gebildet, die vehement gegen den Ausbau der Windkraft eingetreten sind. Viel Wind um Nichts also?

In der Gemeinde Grafenschlag sind derzeit vier Windräder zur Genehmigung eingereicht, der Bescheid steht noch aus, einige naturschutzrechtliche Auflagen wurden mittlerweile erfüllt. „Jeder Betreiber hat bereits viel Geld investiert, jetzt steht alles“, erklärt Gemeinde-Chef Robert Hafner, warum er unterschrieben hat.

„Wir waren mit unserem Projekt schon sehr weit“, so Hafner, der darauf verweist, dass Ansuchen wieder verfallen können und man dann wieder zurück an den Start müsse. „Mehr als für eine Ökostromnovelle eintreten, können wir nicht tun!“

Ruhig ist es in Göpfritz und Großgöttfritz

Bürgermeister Leopold Bock aus Sallingberg hat noch nicht, will aber – von der NÖN darauf angesprochen – die Unterstützungserklärung sofort unterschreiben, weil er hofft, dass das in seiner Gemeinde geplante Windprojekt realisiert wird. Derzeit wartet man auf den Bewilligungsbescheid.

Ruhig ist es hingegen in Göpfritz/Wild und Großgöttfritz, an beide Bürgermeister ist die IG Windkraft erst gar nicht herangetreten. Johann Hofbauer erklärt auf Anfrage der NÖN, dass es derzeit kein Ansuchen seitens seiner Gemeinde gäbe, das eine Windrad, das in Großgöttfritz geplant war, steht derzeit nicht zur Debatte. „Bei uns ruht alles“, so auch Bürgermeister Franz Gressl aus Göpfritz.

Die letzte Stellungnahme des Bundesheeres ist eine dezitierte Absage: Für die Errichtung von Windkraftanlagen gäbe es aufgrund des Flugverkehrs rund um den Truppenübungsplatz kein Einverständnis, da Windräder den Flugverkehr stören könnten, aber auch umgekehrt: Windräder könnten durch den Flugverkehr geschädigt werden.

Freilich könnte Hans Peter Doskozil, Gerald Klugs Nachfolger als Verteidigungsminister, wieder ganz anders entscheiden, wie bereits in Sachen Horner Kaserne oder Militärmusik…