Erstellt am 13. Januar 2015, 09:05

von Brigitte Lassmann-Moser

Starker Gegenwind. So viele Einsprüche wie in Göpfritz an der Wild hat es sonst nirgends gegen das Projekt gegeben.

Stoppt den Windpark: In Göpfritz wurden so viele Einsprüche gegen das geplante Projekt in der Wild abgegeben wie sonst nirgends. Bürgermeister Franz Gressl will diese aber erst nach der Gemeinderatswahl bearbeiten.  |  NOEN, ZVG

So viel Gegenwind wie in Göpfritz an der Wild wehte den Betreibern des geplanten Windparks in der Wild sonst nirgends entgegen.

Bekanntlich wollen die Gemeinden Göpfritz, Brunn (Bezirk Horn) und Ludweis-Aigen (Bezirk Waidhofen) gemeinsam einen Windpark im Waldgebiet der Wild errichten. 14 knapp 200 Meter hohe Windräder – drei davon in Göpfritz - sollen nach derzeitigen Planungen gebaut werden.

Im Laufe der sechswöchigen Auflagefrist des Projektes langten am Gemeindeamt in Göpfritz laut Jimmy Moser, dem Sprecher der Vereinigung der Anti-Wind-Bürgerinitiativen, bis zu 1.600 Einsprüche und rund 250 Stellungnahmen gegen das Projekt ein – so viel wie sonst nirgends.

Bürgermeister Franz Gressl relativiert diese Zahlen freilich: „Es sind nur rund 500 Einsprüche“, wurden doch etliche Proteste gleich von mehreren Personen unterzeichnet. Laut Raumplaner gelte das aber nur als ein Einspruch, auch wenn er von vielen unterschrieben wurde. „Dadurch kann ich mir die unterschiedlichen Zahlen erklären“, so Gressl. Er verweist auch darauf, dass nur rund 200 Einsprüche von Einheimischen gekommen seien, der Rest von Personen, die gar nicht unmittelbar betroffen sind. Dieses Argument freilich will die Bürgerinitiative nicht gelten lassen.

Behandlung erst nach der Wahl

Jetzt liegt es an der Gemeinde, die eingelangten Stellungnahmen – gemeinsam mit dem Raumplaner – zu behandeln, jede Einzelne. „Das machen wir aber erst nach der Gemeinderatswahl“, so Bürgermeister Gressl.

Göpfritz will ja – wie berichtet – auch eine Bürgerbefragung in Sachen Windpark durchführen. Aber erst nach dem positiven Abschluss der Umwidmung und der Umweltverträglichkeitsprüfung. Gressl: „Es könnte ja durchaus sein, dass im Zuge der UVP das Projekt fällt. Dann brauchen wir auch keine Befragung mehr machen.“ Sollte eine solche durchgeführt werden, soll das Ergebnis für die Gemeinde allerdings bindend sein, verspricht der Gemeinde-Chef.

In Großgöttfritz ist derzeit in Sachen Windpark übrigens Stillstand eingetreten. Die rund 70 Stellungnahmen, die gegen das dortige Projekt eingebracht wurden, liegen derzeit im Land zur Begutachtung. „Fix ist also noch gar nichts“, so Günther Maier, Sprecher der Bürgerinitiative „Unsere Heimat“.

Diese wird übrigens, wie auch die Bürgerinitiative „Rettet die Wild“, gemeinsam mit fünf weiteren aus dem Waldviertel am Donnerstag, 15. Jänner, vor der EVN-Zentrale in Maria Enzersdorf aufmarschieren und ein „offenes Schreiben“ an Vertreter der EVN überreichen.