Zwettl

Erstellt am 17. Januar 2018, 05:00

von Markus Füxl und Martin Kalchhauser

Diese Geschenke gibt es bereits vor der Wahl. Frühstücksbretter, Schokolade und Feuerzeuge: Auch für die Landtagswahl 2018 verteilen die Parteien kleine „Goodies“, um bei den Wählern ins Gespräch zu kommen.

Allen Unterschieden zum Trotz haben die fünf Parteien, die im Bezirk Zwettl zur Landtagswahl antreten, einen gemeinsamen Nenner: Sie verteilen auch heuer wieder Wahlgeschenke.

„Natürlich freut sich jeder, wenn er etwas bekommt. Es ist eine Möglichkeit, Überzeugungsarbeit zu leisten“, sagt ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Christian Redl. 19.200 Haushalte decke man mit den Hausbesuchen ab. Wer den Funktionären die Tür öffnet, hat die Chance, neben Streichhölzern, Kugelschreibern und Foldern mit Informationen über die Spitzenkandidaten auch ein Jausenbrett mit zwei Motiven zu erhalten. „Die Bretter haben mit ihrer Optik einen Niederösterreich-Bezug. Es ist ein tolles Geschenk, das man im Haushalt verwenden kann“, so Redl.

Bei den Verteilaktionen gibt es außerdem noch Handcreme, Traubenzucker und kleine Snacks. „Tierisch“ wird es mit einem Pixi-Buch, das ebenfalls verteilt wird. Darin spielt die Hündin von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Milou, die Hauptrolle.

„Schnabltassen“ gehen für SPÖ ins Rennen

„Nicht einmal einen Kugelschreiber habt ihr?“, werde man gefragt, wenn man mit leeren Händen auf sie zukomme, sieht SPÖ-Regionalgeschäftsführer Josef Kromsian Sinn in den kleinen Geschenken. „Sie sind wichtige Türöffner bei den Hausbesuchen!“

Die Genossen sind diesmal mit Feuerzeugen, Brillenputztüchern und einer „Schnabltasse“ (einem nach dem Spitzenkandidaten benannten Email-Häferl) unterwegs. Wenn den Funktionären kalter Wind begegnet, ist das auch kein Problem. Sie werden mit Schals und Hauben ausgerüstet.

Winterkleidung brauchten am Montag auch die Funktionäre der Zwettler FPÖ. Sie verteilten ab 6 Uhr früh 700 Frühstückssackerl an der Lagerhaus-Kreuzung in Zwettl. „Vielen ist bei den Temperaturen noch die Seitenscheibe beim Auto eingefroren, das macht es natürlich nicht leichter“, so Bezirksobmann Alois Kainz.

Auch er sieht Wahlgeschenke als „Türöffner“, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Von ihm gibt es Einkaufswagen-Öffner, Feuerzeuge, Einkaufstaschen aus Stoff und Infomaterial der Spitzenkandidaten.

Sparkurs für Grüne, Eiskratzer bei den NEOS

Sparen heißt es für die Zwettler Grünen. „Das ist unserem geringen Budget geschuldet“, sagt Bezirkssprecher Andreas Piringer. Ganz leer geht man aber nicht aus. So gibt es Schokobohnen, Riegel und Bio-Tee auf Türlaschen. Bierdeckel, Kugelschreiber, Feuerzeuge und Stofftaschen runden das Sortiment ab. „Es ist nett, wenn man bei Besuchen den Leuten etwas geben kann“, sagt Piringer.

Manche Geschenke finden jahrelang Verwendung bei den Wählern: „Im letzten Wahlkampf zur Gemeinderatswahl gab es von uns ein ‚Zwettl-Quartett‘. Das spielen viele Wähler heute noch“, so Piringer.

Von den NEOS gibt es aktuell Eiskratzer, Kugelschreiber, Feuerzeuge und Zuckerl, so der Spitzenkandidat im Bezirk, Alexander Hölzl.

Zur Wahlentscheidung würden solche „Wahlzuckerl“ zwar nicht beitrage, aber: „Aus Sicht der Parteien ist es ein Werkzeug, um die Hemmschwelle der Bürger zu senken, um mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen.“

Alles, was über eine bloße Gesprächsanbahnung hinaus geht, hält Hölzl für grenzwertig. „Die Grenze ist wohl dann überschritten, wenn Wahlgeschenke tatsächlich als eine Art ‚Anfütterung‘ der Wähler missbraucht werden.“