Erstellt am 16. März 2016, 05:54

von René Denk und Brigitte Lassmann-Moser

Gerüchte um Platznot: „Haben keine Gangbetten“. Zwettler Geburtshilfeabteilung soll angesichts der Schließung der Waidhofner Abteilung Kapazitätsprobleme haben. Das wird seitens des Klinikums dementiert.

Ein Treffen mit Landeshauptmann Erwin Pröll und der Bürgerinitiative Pro Gyn fand am 3. März im Palais Niederösterreich in Wien statt. Im Bild: Martina Frey-Freyenfels, Bürgermeister Robert Altschach, Landeshauptmann Erwin Pröll, Gynäkologe Volker Korbei, Petra Kapinus, Christine Pröstling und Ulrike Pecina. Dabei wurden auch die 16.114 Unterschriften übergeben.  |  NOEN, Ernst Reinberger
Leidet die Zwettler Gynäkologie- und Geburtshilfeabteilung des Spitals unter Kapazitätsengpässen? Beim Treffen der Bürgerinitiative Pro Gyn mit Landeshauptmann Erwin Pröll wurde diese Frage in den Raum gestellt. Der Landeshauptmann versprach, dies extern prüfen zu lassen. Die Abteilungsleitung in Zwettl dementiert derartige Gerüchte.

Die Bürgerinitiative, die für die Erhaltung der Waidhofner Gyn- und Geburtshilfeabteilung kämpft und mittlerweile über 16.000 Unterschriften gesammelt hat, argumentierte, dass die Kapazität in Zwettl für die neuen Patientinnen, die nun von Gmünd und Waidhofen nach Zwettl fahren müssen, nicht ausreiche. Es wurde auch betont, dass in Zwettl schwangere Frauen am Gang liegen müssten bzw. weg geschickt würden, weil kein Platz mehr sei.

„Es handelt sich hier um ein Gerücht, das
jedweder Grundlage entbehrt!“
Primar Gerhard Wolfram

Bei einem Lokalaugenschein der NÖN auf der Gynäkologie- und Geburtshilfe lag keine Patientin am Gang. Es käme aber durchaus bei Engpässen vor, dass Frauen einige wenige Stunden auf dem Gang ausharren müssen, bis sie in einem Krankenzimmer untergebracht werden können. „Die Zwettler Gynäkologie und Geburtshilfe hat insgesamt 25 Betten für drei Bezirke. Das kann sich nicht immer ausgehen“, argumentiert ein Insider. So würde seit Bekanntgabe der Schließung der Waidhofner Gyn ein „immenser Durchlauf“ herrschen, der sehr belastend für Personal und Patientinnen sei. Die Frequenz sei noch nie so hoch gewesen.

Dass Frauen am Gang liegen müssen, wird von Abteilungsvorstand Primar Gerhard Wolfram dementiert: „Nein, das trifft definitiv nicht zu: Wir haben keine Gangbetten, nicht einmal stundenweise gibt es bei uns Gangbetten, es handelt sich hier um ein Gerücht, das jedweder Grundlage entbehrt.“ Wie schon immer üblich, würden bei bestimmten Krankheitsbildern und planbaren Eingriffen nach Abklärung in der Ambulanz Termine für die stationäre Behandlung geplant. „Anscheinend liegt hier eine Fehlinterpretation der Tatsachen vor“, so Wolfram.

Genügend Kapazitäten in Zwettl und Horn

Patientinnen aus anderen Bezirken würden oft von Anfahrtswege von 50 Minuten und mehr erzählen. Auch herrsche bei manchen Schwangeren Angst, das Krankenhaus wieder zu verlassen, da sie befürchten, im Ernstfall den langen Anfahrtsweg zum Zwettler Krankenhaus nicht mehr zu schaffen. Primar Wolfram freilich sind keine „Angstreaktionen bei Schwangeren, die sich in unserer Betreuung befinden“, bekannt bzw. wurden ihm auch keine berichtet.

Die Horner Gynäkologie und Geburtshilfe soll über 30 Betten (15 Gyn/15 Geburtshilfe) verfügen, jene in Waidhofen, die jetzt geschlossen wird, über 26 (12/14). Werden damit etwa zwei gleich große Abteilungen zusammengeführt? Primar Wolfram: „Die Waldviertler Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe haben derzeit gemeinsam 82 Betten – davon 26 in Waidhofen/Thaya. Diese waren 2015 im Jahresschnitt insgesamt zu knapp 53 % ausgelastet, also belegt. Die beiden Standorte in Zwettl und Horn werden künftig also über genügend Kapazitäten verfügen.“

Keine größeren Ausbaupläne

Angesichts der kolportierten Platznöte wird auch immer wieder von einem möglichen Ausbau der Abteilung gesprochen. Dazu meint Primar Gerhard Wolfram als Abteilungsvorstand: „In der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe werden seit dem Jahr 2014 geplante Adaptierungen des Stillzimmers realisiert.

Das Stillzimmer soll im Hinblick auf den Komfort der Mütter und Neugeborenen durch Abbruch einer bestehend Möbelwand mit Durchreiche in Richtung Säuglingszimmer mit diesem begehbar gemacht werden. Weiters wird ein zusätzlicher Raum als Untersuchungszimmer genutzt. Diese Maßnahmen wären auch ohne Zusammenlegung der Abteilungen erfolgt.“

NÖN.at berichtete: