Zwettl

Erstellt am 12. Oktober 2016, 05:02

von Markus Füxl

Gesundheitstag: Berührende Einblicke. Beim 10-Jährigen Jubiläum der Initiative „Gesunde Gemeinde“ gaben Redner Einsicht in ihr Leben mit Behinderung.

Vor welchen Herausforderungen man als Mensch mit Behinderung im täglichen Alltag steht und wie sich ein solches Leben meistern lässt, konnten Besucher am Gesundheitstag in der Wirtschaftskammer Zwettl erfahren. Begrüßt wurden die Zuhörer vom Leiter des Arbeitskreises Gesundheit und Soziales, Primar Manfred Weissinger. Durch das Programm moderierte Martina Kainz, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises.

Anlässlich des Jubiläums „10 Jahre Gesunde Gemeinde“ waren gleich mehrere Redner geladen, die aus ihrem Leben und dem Umgang mit der eigenen Behinderung schilderten. So erzählte etwa Tom Gschwandtner von seinem Autounfall im Jahr 1995, seit dem er querschnittsgelähmt ist. Gschwandtner las aus seinem Buch „Gelähmt ist nicht gestorben“ und gab berührende Einblicke in sein Leben als Rollstuhlfahrer. „Es geht vor allem darum, sich die täglichen Dinge des Lebens zurückzuerobern“, meinte er zu seiner Zeit in der Reha und darüber hinaus.

„Die täglichen Dinge zurückerobern“

Neben Vorträgen von Manfred Rötzer und Carina Singer aus dem Sozialministerium, die über Vorteile des Behinderpasses referierten, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen des Miteinanders. Dazu war auch die Tanzgruppe „Ich bin OK“ aus Wien eingeladen. Sie zeigten mit einer bunten Performance, dass Menschen mit Behinderung auch in Bereichen von Kunst und Kultur Farbe hineinbringen können.

Nach der beschwingten Tanzeinlage erläuterte der Zwettler Alex Weber, wie er sein Leben mit dem Rollstuhl meistert. Er hat dabei einen ganz besonderen Zugang, nämlich mit viel Humor. In einem Interview wurde schnell klar, dass der junge Heavy Metal-Fan offen mit seinem Handicap umgeht: „Sie dürfen mich alles fragen“, betonte er mit einem Augenzwinkern. Weber ist auch regelmäßig in Schulen unterwegs, um über das Thema Rollstuhl zu informieren.

Im Anschluss las Bernadette Krauskopf, Klientin der Tageseinrichtung des GFGF, mittels augengesteuertem Computer mit Infrarotsensoren aus ihrem Buch „Rolf Rolli“. Seit 2010 hilft ihr dieser Computer, ihre Kindergeschichten auf Papier zu bringen. Als Abschluss des Gesundheitstages verloste die Künstlerin Renate Amon zwei ihrer Bilder.