Erstellt am 17. November 2015, 06:13

von Maria Moll

Zwettl immer wieder anders. Norbert Müllauer vereinte verschiedene Ansichten aus der Braustadt in einem Buch, Herta Müllauer hielt Zwettl-Motive auf der Leinwand fest.

Herta und Norbert Müllauer präsentierten Bilder und Buch zu „Zwettl Ansichten“ in der Wirtschaftskammer Zwettl. Ignaz Hofbauer (v. l.) spielte auf, Vizebürgermeister Hannes Prinz, Bürgermeister Herbert Prinz, Kammerobmann Dieter Holzer und Johannes Tüchler in Vertretung des Bezirkshauptmannes zählten zu den Ehrengästen der Veranstaltung.  |  NOEN, Maria Moll

Zur Vernissage und Buchpräsentation begrüßte Dieter Holzer, Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Zwettl, am Abend des 13. November die zahlreichen Gäste im Haus in der Gartenstraße. Das Vorstellen von Norbert Müllauers Buch „Zwettl Ansichten aus vier Jahrhunderten“ ging einher mit der Eröffnung der Ausstellung „Zwettl Ansichten“, die Werke seiner Frau Herta zeigt.

„Beim ersten Durchblättern glaubt man, sich auf einem historischen Spaziergang durch die Stadt zu befinden“, stellte Bürgermeister Herbert Prinz fest. Gleichsam als Fortsetzung des Buches sah er die Bilder von Herta Müllauer. Johannes Tüchler, der in Vertretung des Bezirkshauptmannes gekommen war, ging auf den Abschnitt der Stadtgeschichte ein, der im Buch angesprochen wird. Er strich heraus: „Die Entwicklung bildlich festzuhalten, braucht engagierte Menschen.“ Und: „Es bedarf nicht nur des Sammelns der Bilder, sondern sie sollen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“

177 Arbeiten im Buch, 20 in der Ausstellung

Norbert Müllauer, der seine reiche Sammlertätigkeit als Grundlagenarbeit betrachtet, zeigt im Buch 177 ausgewählte Arbeiten von 71 Künstlern, die sich mit Zwettl befassen. Gegliedert sind die Werke nach historischer Abfolge, beginnend mit dem Kupferstich „Statt Zwetal“ aus dem Jahre 1672 von Georg Matthäus Vischer bis zum Ölbild aus 2015 – „deja vue“, von Margit Füreder-Müllauer. In seiner Präsentation zeigte der Autor Bildbeispiele aus dem Buch, die Maximillian Katzenschlager groß projizierte. Und er ging auf deren Schöpfer und ihre Lebensgeschichten ein.

Herta Müllauer sprach einführende Worte zur Ausstellung ihrer 20 großformatigen Bilder, die alle heuer entstanden sind. Sie erzählte von der Suche nach Motiven, die mit der Kamera oder einer Skizze festgehalten werden, dass sie daheim das Format wählt, mit Pastellkreide eine Skizze auf dem bespannten Keilrahmen anfertigt und Überlegungen zu den Farbtönen anstellt.

Ihre besondere Technik besteht darin, teilweise auf vorbehandeltem Untergrund zu malen: auf gespachtelten Flächen, mit Kleister collagierten Zeitungen, Schriften oder Papierstreifen. Das Ausfertigen mit Acrylfarben soll nicht alles zudecken, sondern sich in die Collage einfügen. Für die weitere Gestaltung hängt sie ihre Bilder im Atelier auf, wo sie diese dauernd vor sich hat und Verbesserungen anbringen kann.

Mit beschwingter Volksmusik auf der Ziehharmonika schuf Ignaz Hofbauer den musikalischen Rahmen.


„Zwettl Ansichten aus vier Jahrhunderten“, 215 Seiten, um 23,80 Euro im Buchhandel erhältlich.