Erstellt am 13. Januar 2016, 05:38

Jahresbilanz: Altersarbeitslosigkeit steigt. Das Arbeitsmarktservice Zwettl zieht ein erstes Resümee für das vergangene Jahr, das von einem Beschäftigungszuwachs und steigender Arbeitslosigkeit gekennzeichnet war.

 |  NOEN, APA (Pfarrhofer)

Kurz nach dem Jahreswechsel zieht das Arbeitsmarktservice (AMS) Zwettl eine erste Arbeitsmarktbilanz.
„Mit einem voraussichtlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,7 % verzeichnete Österreich heuer ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig steigt die Zahl der Personen, die am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, ungebrochen an. Die Unternehmen konnten aber bei weitem nicht im selben Umfang das verfügbare Personalangebot abrufen“, analysiert Zwettls AMS-Geschäftsstellenleiter Kurt Steinbauer die derzeitige Lage.

„Einmal arbeitslos geworden, ist es für ,Golden Ager‘
besonders schwer, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen“.
AMS-Chef Kurt Steinbauer

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„Das Konjunkturumfeld für die österreichische und damit auch für die niederösterreichische Wirtschaft ist anhaltend schwierig: Auch 2015 war keine substantielle Beschleunigung der Dynamik zu erkennen. In der zweiten Jahreshälfte hat die Investitionstätigkeit etwas zugenommen und die Exportgeschäfte wurden leicht belebt. Das Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr mit einem voraussichtlichen Plus von 0,7 % zwar über den Werten der letzten beide Jahre liegen, aber zu schwach sein, um für eine günstige Arbeitsmarktentwicklung zu sorgen.

• +0,1 % Beschäftigungszuwachs im Bezirk Zwettl:
16.772 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2015 beschäftigt (exklusive Präsenzdiener und Kindergeldbezieher). Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein leichter Zuwachs von 10 Beschäftigten (+ 0,1%).

• +7,9 % mehr Arbeitslosigkeit
Gleichzeitig hat aber auch die Zahl der arbeitslosen Personen im Bezirk mit einem Plus von 7,9 % von 1.117 auf 1.205 im Jahresdurchschnitt 2015 zugenommen. Rechnet man die Teilnehmer an AMS-geförderten Schulungen hinzu, sind insgesamt jahresdurchschnittlich 1.387 Personen aus dem Bezirk Zwettl jobsuchend gewesen.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt haben die AMS-Mitarbeiter viel für Jobsuchende und Unternehmen erreicht. „Im Jahr 2015 konnten 2.804 Jobsuchende wieder eine Beschäftigung aufnehmen, um 52 oder plus 1,9 % mehr als im Jahr davor. Außerdem wurden 1.093 freie Stellen und Lehrstellen mit passenden Arbeits- bzw. Lehrstellensuchenden besetzt“, freut sich Steinbauer.

Einstellungs-Sache 50+: Kampagne greift

Fast jeder dritte Arbeitslose aus dem Bezirk Zwettl ist 50 Jahre alt oder älter. „Einmal arbeitslos geworden, ist es bei angespannter Lage am Arbeitsmarkt für ,Golden Ager‘ besonders schwer, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen“, weiß der Zwettler AMS-Chef. Die Arbeitslosigkeit in der Generation 50+ ist 2015 weiter gestiegen - im Vergleich zum Jahr zuvor um 14,4 % auf jahresdurchschnittlich 357 Personen.

Gleichzeitig ist im Vorjahr 878 Jobsuchenden aus dem Bezirk ab 50 Jahren der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelungen. „Das sind um 37 mehr als im Jahr davor. Ein Zeichen, dass unsere Kampagne Einstellungs-Sache 50+ Wirkung zeigt“, erklärt Kurt Steinbauer. Für 71 Arbeitsuchende im Alter ab 50 hat das AMS Zwettl im Jahr 2015 eine Förderung für Dienstgeber, die Personen aus dieser Gruppe einstellen, finanziert.

Durchschnittlich 182 Jugendliche in der Alterskategorie 15 bis unter 25 Jahre waren im vergangenen Jahr beim AMS Zwettl arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2014 bedeutet dies einen Rückgang von -6,2 % (12 Personen). 561 Jugendlichen ist 2015 der Wiedereinstieg in den Job gelungen.