Erstellt am 07. November 2015, 05:12

von Maria Moll

„TheaterHerbst Grenzenlos“: Skurrile Aspekte. Sechsköpfiges Darstellerteam bringt durch „fliegende Rollenwechsel“ interessante Aspekte in das Stück „Der Feigling“ ein.

Premiere der bulgarischen Komödie „Der Feigling“: Intendantin und Schauspielerin Manuela Seidl, Rumjana Koneva, die Direktorin des Bulgarischen Kulturinstituts in Wien, Hauptdarsteller Gottfried Neuner, die Schauspielerinnen Rita Drummer und Claudia Carus, Abgeordnete Angela Fichtinger (vorne) sowie (dahinter) Abgeordnete Martina Diesner-Wais, der Schauspieler Randolf Destaller, Thomas Fischer, verantwortlich für die Drehbühne, Schauspieler Martin Schlager, Regisseur Marius Schiener und Vizebürgermeister Hannes Prinz (v. l.).  |  NOEN, Maria Moll

| Kunst aus Bulgarien zu Gast in Zwettl! Der „TheaterHerbst Grenzenlos“ feierte am Abend des 30. Oktober im Stadtsaal mit der neu adaptierten bulgarischen Komödie „Der Feigling“ Premiere. Im Foyer war die Ausstellung „Zeitgenössisches bulgarisches humoristisches Plakat“ zu sehen, dazu kurze Beiträge zu bekannten kreativ Schaffenden des Landes wie Schriftsteller Elias Canetti oder Verpackungskünstler Christo. Außerdem konnten bulgarische Köstlichkeiten probiert werden.

Intendantin und Schauspielerin Manuela Seidl begrüßte zu der Veranstaltung und bat Rumjana Koneva, die Direktorin des Bulgarischen Kulturinstituts „Haus Wittgenstein“ auf die Bühne. Diese erzählte vom Ankauf des Wiener Amtssitzes vor 40 Jahren und der langen Tradition, die die Beziehungen ihres Heimatlandes zu Österreich haben. Grüße des Landeshauptmanns überbrachte Nationalratsabgeordnete Angela Fichtinger.
Die Komödie, in deren Mittelpunkt Johannes Krauthahn steht, stammt aus der Feder von Slatan Dudow. 1903 in Zaribrod geboren, wurde Dudow international anerkannter Filmregisseur und Drehbuchautor. Er starb 1963 an den Folgen eines Autounfalls.

„Fliegender“ Rollenwechsel

Im Stück wird am Beispiel des Angestellten gezeigt, wie eng Aufstieg und Fall, Ruhm und Schmach beieinanderliegen können. Erst von allen als Held gefeiert, weil er Beweise für eine millionenschwere Unterschlagung durch einen Industriekapitän gefunden hat, ändert sich die Situation grundlegend, als der beschuldigte Industrielle vor einem Karrieresprung steht. Krauthahn erscheint in dem Moment mit seinen Beweisen als gefährlich und alle wenden sich von ihm ab.

Durch „fliegenden“ Rollenwechsel und raschen Bühnenumbau bringt das sechsköpfige Darstellerteam in flotter Abfolge der Szenen teilweise recht skurrile Aspekte zum weiteren Schicksal des Titelhelden ins Spiel. Zuletzt kann dieser nur hoffen, dass die Zeugen seiner Unschuld nicht genauso feige sind wie er.
Das Stück ist noch am 5., 6., 20. und 21. November jeweils um 20 Uhr sowie am 7. November um 15 und 20 Uhr zu sehen.