Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:37

von Brigitte Lassmann-Moser

Aufwertung für Zwettl. Geburtshilfeabteilung am Landesklinikum Waidhofen wird aufgelassen und in Zwettl implementiert.

Landesklinikum Waidhofen an der Thaya Spital Krankenhaus  |  NOEN, NÖN

Während die Wogen im Bezirk Waidhofen angesichts der geplanten Schließung der Geburtshilfeabteilung am dortigen Landesklinikum hoch gehen – eine Bürgerinitiative auf Facebook hat bereits über 3.500 Mitglieder –, freut man sich in Zwettl über die Aufwertung der Gyn und Geburtshilfe am hiesigen Krankenhaus.

Weil die Geburtenfrequenz in Waidhofen auf unter 300 im Jahr zurückgegangen ist – das heißt nicht einmal eine Geburt pro Tag –, soll die Abteilung von Waidhofen nach Zwettl verlegt werden. „Spätestens mit 30. Juni 2016 soll dieser Prozess abgeschlossen sein“, so der ärztliche Leiter der drei Waldviertler Kliniken, Manfred Weissinger, im Gespräch mit der NÖN. „Wir haben am Klinikum Zwettl bereits eine hohe Fachkompetenz im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe“, so Weissinger. Außerdem gibt es hier eine überregionale Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde mit Intensivstation.

800 Geburten im Jahr

Derzeit erblicken im Zwettler Spital über 600 Kinder jährlich das Licht der Welt. Man rechnet damit, dass sich die Zahl der Geburten durch die Zusammenlegung auf über 800 im Jahr steigern wird. „Das ist für uns in Zwettl natürlich eine Herausforderung, vor allem hinsichtlich der Operations-Kapazitäten, da wir bereits jetzt eine sehr hohe Auslastung haben“, erklärt der ärztliche Direktor. „Durch ein straffes OP-Management sowie durch Umorganisationen in der Chirurgie, der Orthopädie und der orthopädischen Chirurgie wird es aber möglich sein, diese Abteilung in Zwettl zu implementieren.“ Außerdem sollen Räumlichkeiten an die neuen Herausforderungen angepasst werden.

Für Zwettl bedeutet dieser Schritt jedenfalls eine weitere Schwerpunktsetzung sowie eine Aufwertung und Stärkung der Kompetenz in diesem Bereich. „Außerdem sind wir ja eine Krankenanstalt mit drei Standorten“, sieht es Weissinger pragmatisch.