Zwettl

Erstellt am 26. Juli 2016, 14:35

von Joachim Brand

Storch bleibt in der Region. Der tote Poststorch bleibt in Ottenstein als Stopfpräparat erhalten.

Tierarzt Lukas Strobl, Ökokreis -Präsident Ewald Altenhofer Ökokreis Mitarbeiter Benjamin Watzl und NÖN Mitarbeiter Joachim Brand holten für die Zwettler Vogelfreunde den Zwettler Poststorch heim zum Ökokreis.  |  NOEN, privat

Dank eines Berichtes der NÖN Zwettl erhält der im letzten Jahr tödlich verunglückte Zwettler Poststorch eine neue Bestimmung. Als Stopfpräparat bleibt er beim Ökokreis der Nachwelt erhalten.

Am 17. Juli des vergangenen Jahres erhielt die Redaktion die Meldung über einen durch eine Kollision mit einem Kfz getöteten Storch am Josefsteich. Dank der Umsicht des Aufsichtsjägers Rainer Resch wurde der Totfund gesichert und dem Tierpräparator Gerhard Blabensteiner zur Verwahrung übergeben. Nach Recherche konnte das Tier schnell identifiziert werden.

Ein Ring am Fuß mit der Nummer PRAHA YY 590 ließ die Lebensgeschichte zurückverfolgen. Gruppeninspektor Herbert Fuger stellte den Identifikationsring sicher und gab ihn an den Ökokreis weiter. Die Meldekette begann zu laufen. Helmut Gutmann von den Zwettler Vogelfreunden beobachtete den Vogel schon seit langer Zeit.

Symboltier der Zwettler Vogelfreunde

So konnte er zum ersten Mal im Juni 2013 eine Ringablesung durchführen. Damals brütete ein Weißstorchpärchen noch am Horst des Stiftes Zwettl. Der plötzliche und ungeklärte Verlust des nicht beringten Partners am Horst führte zum Abbruch der Brut. Im Jahr darauf erfolgte eine Ortsveränderung. Tierarzt Lukas Strobl beobachtete den beringten Weißstorch erstmalig mit neuem Partner am Horst des Postgebäudes. Dort sorgte er bis 2015 für Nachwuchs.

Laut NÖN-Recherche wurde der Zwettler Poststorch als Jungvogel am 27. Juni 2008 in Prag beringt. Die Netzwerker der Zwettler Vogelfreunde meldeten umgehend den Totfund am Josefsteich an die Beringungsstelle in Tschechien. Sieben Jahre Lebenszeit eines sonst anonymen Weißstorches erhielten so nach und nach eine Geschichte.

Letztendlich erklärte sich der Ökokreis mit Geschäftsführerin Ute Blaich bereit, die Präparationskosten für den Poststorch zu übernehmen. Als Symboltier der Zwettler Vogelfreunde findet er in den Räumlichkeiten des Ökokampus in Ottenstein seine letzte Bestimmung.