Auf dem Weg zur Kulturhauptstadt. Als Europas Kulturhauptstadt 2024 will St. Pölten eine Größe auf der europäischen Landkarte werden. Die endgültige Entscheidung fällt Ende 2019.

Erstellt am 15. Mai 2018 (08:45)
NOEN, Kern
Wegweiser in die Zukunft: Seit Jänner verweist der Kulturpfahl am Rathausplatz auf Kulturhauptstädte wie Prag, Kopenhagen, Madrid, Riga, Paris.

Mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt winkt St. Pölten nach der Ernennung zur Landeshauptstadt 1986 der nächste Meilenstein in der jüngeren Stadtentwicklung. Wie vor 32 Jahren haben Stadt und Land ein gemeinsames Projekt auf Schiene gebracht, das St. Pölten internationales Renommée bescheren könnte: die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024.

Im September verkündeten Bürgermeister Matthias Stadler und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Jahrhundertprojekt. Stadler rief bei der Auftaktveranstaltung in der vollbesetzten Bühne im Hof die St. Pöltner auf mitzuwirken: „Raus aus den Ateliers und Proberäumen – gehen wir es an!“ Mikl-Leitner gab sich selbstbewusst: „Wenn wir das machen, wollen wir den Titel auch holen.“ Stadt und Land investieren in die erste Projektphase insgesamt 2,4 Millionen Euro.

„Die Stadt hat enorme Potenziale. Wir werden von einer Welle des Enthusiasmus getragen.“ Michael Duscher, Betriebsgesellschaft

Mit Gründung der Betriebsgesellschaft, der NÖ Kulturlandeshauptstadt St. Pölten GmbH, im Oktober und der Bestellung von Geschäftsführer Michael Duscher und Projektleiter Jakob Redl im Dezember nahmen die Projektverantwortlichen ihre Arbeit auf. Mitte Dezember schworen die beiden Köpfe der noch jungen Entwicklung Kulturtreibende, Politiker, Denker, Wirtschaftstreibende öffentlich auf das gemeinsame Ziel, die Kulturhauptstadt 2024, ein. Mit im Boot war und ist seitdem die Plattform KulturhauptStart, die im Vorfeld wertvolle Vorarbeit für das Projekt leistete.

Gesellschaft arbeitet an Kultur-Strategie

Im ersten Schritt erheben die Projekt-Macher die Stärken und Potenziale der Stadt und lassen in ihre Vorhaben bereits bestehende Strategien, Analysen und auch den mittlerweile dreizehn Jahre alten, nur teilweise umgesetzten

St. Pöltner Kulturentwicklungsplan einfließen. Daraus leiten sie die Kulturstrategie 2030 für die Stadt ab. Diese soll gleichzeitig Grundlage für die Bewerbung selbst sein und auch über das Kulturhauptstadt-Jahr hinaus einen Plan für die kulturelle Entwicklung in St. Pölten skizzieren. „Die Stadt hat enorme Potenziale. Wir werden von einer Welle des Enthusiasmus getragen“, zeigt sich Geschäftsführer Duscher nach den ersten Monaten begeistert von der Aufbruchsstimmung in der Landeshauptstadt.

Mit einfließen sollen auch Anregungen aus den Kulturforen, bei denen sich die Bevölkerung einbringen kann.

Bis Ende des Jahres haben die Projektverantwortlichen Zeit für den ersten Entwurf der Bewerbung. Im Februar 2019 wählt dann eine Experten-Jury eine Short-List von Bewerbern, die ihre Ideen und Pläne bis Ende 2019 verfeinern und konkretisieren müssen. Dann fällt die endgültige Entscheidung, wer 2024 Kulturhauptstadt Europas wird. Die Konkurrenz für St. Pölten ist überschaubar: Dornbirn und Bad Ischl mit Gemeinden aus dem Ausseerland.