Schlote weichen Wohnraum. Seit 150 Jahren dokumentiert die NÖN die wirtschaftliche Entwicklung St. Pöltens: Während einst die Industrie dominierte, sprießen heute Start-ups und Wohnprojekte.

Erstellt am 15. Mai 2018 (09:25)
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Glanzstoff

Von der Industriestadt zur Dienstleistungsstadt wandelte sich St. Pölten in den vergangenen Jahrzehnten. Wo früher tausende Arbeiter hart schufteten, entstanden Hightech-Betriebe sowie Bildungsplätze und werden Wohnungen gebaut.

Die NÖN war und ist bei all diesen Veränderungen nah dran und dokumentierte die wirtschaftliche Entwicklung St. Pöltens von Beginn an. Schlagzeilen der vergangenen Jahre zeigen, wie aus den riesigen Fabrik-Komplexen, die früher die Wirtschaft der Traisenstadt dominierten, nach und nach moderne Dienstleistungszentren werden.

„Glanzstoff stellt Produktion ein“

Wirtschaftlichen Aufschwung brachten am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Fabriken wie die 1906 gegründete Glanzstoff. Über 100 Jahre waren beim lange Zeit größten Arbeitgeber der Region bis zu 3.000 Menschen beschäftigt. Im September 2008, als die Glanzstoff-Fabrik neun Monate nach dem folgenreichen Brand zusperrte, titelte die NÖN: „Aus. Vorbei. Glanzstoff stellt Produktion ein.“

Wo einst geruchsintensiv Viskosefasern hergestellt wurden, soll nun ein eigener Stadtteil entstehen. „Glanzstadt auf ehemaligem Werksgelände“ schrieb die NÖN im März 2015 und gewährte einen Blick in die Zukunft: 1.300 Wohnungen und 1.000 Arbeitsplätze könnten hier schon bald entstehen.

„Rettungsstelle am Voith Areal“

Auf dem Rückzug ist auch die Voith-Produktion auf dem riesigen Industriegebiet nahe des Zentrums. Das deutsche Unternehmen siedelte sich 1903 dort an und leistete einen Beitrag zur Entwicklung der Traisenstadt. 112 Jahre später titelte die NÖN „Industrie-Campus statt Voith Paper“ und berichtete von dem Vorhaben, auf dem Areal den Industrie- und Gewerbepark InnoWerk zu errichten. Auf dem Gelände in der Dr.-Theodor-Körner-Straße wird zudem die neue Rotkreuz-Bezirksstelle gebaut. „Retter ziehen bald um“, las man im Mai 2017 in der NÖN.

„Pläne für neue Wohnstadt“

In der Spitzenfabrik, die wie viele Fabriken erst durch die Revolution 1848 und den Bau der Kaiserin-Elisabeth-Bahn (Westbahn) ermöglicht wurde, entstehen jetzt Wohnungen für die Generation 50plus. „Gelände der ehemaligen Spitzenfabrik wird betreute Wohnstadt“schrieb die NÖN im Juni 2012. 

„Die Stadt smart verwerten“

Und es soll weiter in Richtung „smarte City“ gehen. Die Landeshauptstadt will ihre Stellung als Hotspot im Zentralraum weiter ausbauen und die Innenstadt mit der Förderung von Pop-up-Stores oder Co-Workingspaces weiter beleben. „Die City smart verwerten“, lautete die Schlagzeile in der NÖN. Geplant sind Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft wie die Förderung für Start-ups und Gründung.

Ganz außer Acht gelassen wird die Industrie aber doch nicht: Mit dem Betriebsgebiet NOE Central hofft man auch auf die Ansiedlung großer Produktionsbetriebe.