Prokop und Karl am Stockerl. St. Pölten und Olympische Spiele — das hat Tradition. Gleich zwei Athleten holten Medaillen.

Erstellt am 15. Mai 2018 (08:45)
Sündhofer
Liese Prokop jubelt!

St. Pöltner sind bei Olympischen Spielen über Hürden gelaufen, gesprintet, ins Wasser gesprungen, geschwommen, gesegelt, in Bobs den Eiskanal hinuntergesaust, haben geschossen und Gewichte gehoben. Medaillen gibt es für Benni Karl und Liese Prokop.

Snowboarder Karl (Union Trendsport) holt 2010 in Vancouver Silber im PSG und 2014 in Sotschi Bronze im PSL. Zu Winterspielen schafft es auch der erste Geschäftsführer der NÖ Landessportschule Günter Krispel als Bob-anschieber 1984 in Sarajevo.

Mit Leichtathletik-Trainerguru Gunnar Prokop gelangen Liese Prokop — 1968 Silbermedaille im Fünfkampf (unten im Bild nach ihrem Weltrekord 1969) — und Sprinterin Inge Aigner nach Tokio 1964 und Mexiko 1968. Bei Olympia 1984 in Los Angeles startet Thomas Futterknecht über 400-m-Hürden, scheitert aber um zwei Hundertstel im Vorlauf. Mit 49,33 Sekunden läuft er aber 1985 den noch gültigen österreichischen Rekord.

Beate Schrott zieht 2012 in London ins Hürdensprint-Finale ein, wird Siebente. Bei der EM in Helsinki gibt es Bronze, weil die Siegerin des Dopings überführt wird.

Segler Andreas Hanakamp startet 1996 in Atlanta mit Starboot-Legende Hubert Raudaschl und 2004 in Athen mit Hans Spitzauer. 2008 führt er Team Russia als Skipper im Volvo Ocean Race an.

Für den ESV sind die Schwimmer Thomas Böhm und Hannes Kalteis sowie Wasserspringer Erich Pils bei den Spielen. Böhm platziert sich 1984 in Los Angeles und 1988 in Seoul über 100- und 200-m-Brust zwischen den Rängen 12 und 19. Für Böhm ist aber der B-Final-Sieg bei der WM 1986 wertvoller. „Im A-Finale wäre ich Vierter geworden!“

Kalteis wird 2000 Jugend-Europameister über 1.500 Meter Kraul. Nach Sydney beendet er seine Karriere. Die nationalen Rekorde über 1.500 und 800 Meter halten Jahre.

Trainerlegende Erhard Kellner hat maßgeblichen Anteil am Erfolg von Pils. 1988 ist die Leistung vom 3-Meter-Brett aber enttäuschend. „Das Finale der besten Zwölf habe ich verpasst, weil ich von elf Sprüngen einen verhaut habe“, ärgert sich der Sportkoordinator von Borgl und Hasch.

Verbürgte Olympioniken vor 1945 sind Gewichtheber Franz Nitterl (1928, Amsterdam) und Schütze Alois Navrati (1936, Berlin, 40.). Es dauert 80 Jahre, ehe mit Alex Schmirl 2016 in Rio wieder ein privilegierter Schütze startet (15., 17., 24.).