Wo der Sport zu Hause ist. Vom legendären Rennbahn-Stadion bis zum Sportzentrum NÖ, die NÖN (und Vorgänger) berichten von allen Sportspielstätten.

Erstellt am 15. Mai 2018 (08:45)
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Das Rennbahn-Stadion war fast genau hundert Jahre lang das Herz des St. Pöltner Sportgeschehens. Seit Mitte der 90er steht dort das Regierungsviertel, die Sportler sind ins Sportzentrum NÖ übersiedelt.

Legendär ist das Rennbahnstadion (1891-1990), Heimstätte für Traber, Radfahrer (ab 1893 Übungsplatz des 1886 gegründeten Radfahrer-Vereins), später für Leicht athleten, Schützen, Fußballer, Motorradfahrer …

Der „Renn-Verein“, dessen Mitglieder vor allem Fleischhauer sind, konzentriert sich nach dem ersten Pferde rennen 1883 auf die profitablere Pferdezucht.

1990 wird für den Bau des Regierungsviertels der Sportbetrieb auf der Rennbahn eingestellt und das Sportzentrum NÖ (Landessportschule) eröffnet, das mit Tennis- (1995), Ballsport- (2003) und Eissporthalle (2007) sowie NV-Arena (2012) heute als das Herz des St. Pöltner Sports gilt. Bis Ende Mai läuft die Haupthaus-Sanierung. Sorgenkind ist die Tennisarena.

Muster-Siege und das Agassi-Desaster

Es herrscht Tenniseuphorie! Sie fußt auf einer Säule — Thomas Muster. Man baut ein Stadion für 5.000 Zuschauer, bekommt 1994 das ATP-Turnier. Muster siegt 1994 und 1995. Mit Musters Karriereende bricht die tragende Säule weg. Ein Rettungsversuch ist die Verpflichtung von Andre Agassi (2004). Doch die Nummer eins der Welt scheidet in der ersten Runde aus.

NOEN, APA, Pfarrhofer
Agassi lässt sich von Zimonjic abschießen.

Der „Paradiesvogel“, für den eigens Sand aus Paris angekarrt worden ist, will nur weg aus dem wenig mondänen St. Pölten („Glanzstoffluft“) — der Todesstoß fürs Turnier. Beachsoccer (2006) und Beachvolleyball (2007, U-23-EM, 2008 European-Tour) sind kein Ersatz für Tennis und auch als Zielort des Ironman 70.3 ist die Arena nicht ideal.

Bei der Eröffnung der Eissporthalle (2007) gibt es weder Eishockey noch große Eiskunstlauf-Talente, doch dank der kanadischen Hockeyschule ist die Halle bald ausgebucht. Eislaufen hat in St. Pölten Tradition. Schon 1895 gibt es neben dem Stadtpark die erste Kunsteisfläche. Die Halle im Traisenpark (1992) sorgt für Nationalliga-Eishockey.

1883 wird die 1853 am Mühlbach gegründete Militärschwimmschule von der Stadt übernommen und 1887 das „Warm- und Dampfbad“ am Areal der Aquacity eröffnet. Als Veranstalter von Staatsmeisterschaften tritt der ESV 1981, 1987 im Sommerbad und 2014 im Citysplash (renoviertes Sommerbad) auf.