1.305 Taufen gehalten. Nach elf Jahren als Seelsorger der Pfarre St. Peter geht Pfarrer Anton Schuh in den Ruhestand. Im NÖN-Gespräch zog er Bilanz über sein Wirken.

Von Sabine Hummer. Erstellt am 11. Juni 2014 (07:01)
NOEN, Sabine Hummer
Pfarrer Anton Schuh geht in Pension. Der beliebte Seelsorger hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Künftig will er daher kürzer treten.

„Der Pfarrer geht in Pension“, diese Neuigkeit hatte sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Pfarre verbreitet. Mit 1. September wird sich der beliebte Seelsorger, Anton Schuh, zurückziehen. Ein großes Verabschiedungsfest ist für Sonntag, 29. Juni, geplant. Wie es weitergeht, weiß bisher allerdings niemand. Laut Diözese St. Pölten soll die Entscheidung, wer künftig die 2.600-Seelen-Pfarrgemeinde betreuen wird, bis Ende Juni gefallen sein.

Anton Schuh hat sich als Ruhestands-Domizil das Seniorenzentrum in Haag ausgesucht. Im neuen Zubau wird er eine Mietwohnung beziehen. „Ich habe immer gesagt, dass ich zwar in der Nähe bleiben aber etwas Abstand haben will, auch meinem Nachfolger zuliebe. Es ist nie gut, wenn man sich als Alter zu viel einmischt“, sagt Schuh. Der Abschied fällt ihm nicht so leicht, in den elf Jahren als Pfarrer von St. Peter hat er viele Freunde gefunden. Ein gutes Miteinander hat das Pfarrleben in dieser Zeit geprägt.

„Ich war Schlagzeuger und auch Sänger"

Am Christtag 1947 als zweiter von sechs Söhnen geboren, ist Anton Schuh schon früh in die kirchliche Gemeinschaft hineingewachsen. Der offene Pfarrhof und die Seelsorger in der Heimatpfarre Oberwölbling (Bezirk St. Pölten) waren ein großes Vorbild für den kleinen Buben. Eigentlich hätte Anton den elterlichen Hof übernehmen sollen, doch es kam anders. „Bereits in der Hauptschule ist der Wunsch in mir gereift, Priester zu werden“, erzählt Schuh. Nach dem Hauptschulabschluss stieg er in die dritte Klasse des Melker Stiftsgymnasiums ein und wohnte im Knabenseminar. Nach der Matura folgte das Priesterseminar in St. Pölten.

„Daran erinnere ich mich gerne. Es war eine wunderschöne Zeit, eine Zeit des Aufbruchs nach dem Konzil. Wir sind mit Begeisterung in den Priesterberuf gegangen. Wir hatten sogar eine Band, in der ich Schlagzeuger und Sänger war“, schmunzelt der Seelsorger aus Leidenschaft. 1973 wurde er zum Priester geweiht. Es folgten Kaplanstellen in Heiligeneich, Arbesbach, Heidenreichstein und St. Valentin. Von 1979 bis 1984 war er Pfarrer in Ertl, gleichzeitig priesterlicher Begleiter und Erzieher im Seminar Seitenstetten.

„Das hat mir viel Kraft gekostet"

Dann kehrte er für fünf Jahre nach Heidenreichstein zurück. Eine große Aufgabe war schließlich die Leitung der Pfarre Langenlois mit drei zusätzlichen Pfarren. Das Angebot, Dechant von Krems zu werden, schlug Schuh aus. „Ich war in Langenlois für 6.500 Leute zuständig. Das Hochwasser 2002 war eine sehr intensive Zeit, die mir viel Kraft gekostet hat. Ich hab gespürt, dass ich kürzer treten musste, und hab Ausschau nach einer etwas kleineren Pfarre gehalten“, erinnert sich der Priester.

Bei einem Begräbnis traf er den damaligen St. Peterer Pfarrer Alois Sallinger, der ihm von seinem bevorstehenden Pensionsantritt und damit einem freien Posten in St. Peter erzählte. „Bei der Heimfahrt vom Begräbnis war ich sozusagen schon schwanger“, lacht Pfarrer Schuh. „Zuhause hab ich gleich Erkundigungen über St. Peter eingezogen und mich mit dem Gedanken, wieder ins Mostviertel zurückzukehren, sofort angefreundet.“

„Helfe gerne aus, wenn man mich braucht"

Für seine Pfarre wünscht sich der scheidende Seelsorger, dass die neue Situation mit einem neuen Priester positiv gemeistert wird: „Dass sich die Leute auch weiterhin ins Pfarrleben einbringen und dass die vielen guten Kräfte, die es in St. Peter gibt, die Pfarre mit dem neuen Pfarrer in eine gute Zukunft führen“, sagt Schuh.Priester werden würde er auf jeden Fall wieder, auch wenn er Zeit seines Wirkens auch immer kritische Ansichten gegenüber der Kirche hatte und auch öffentlich äußerte.

„Es gehört einiges überdacht. In baldiger Zukunft werden neue Lösungswege beschritten werden, vor allem was den Priesternachwuchs betrifft“, ist Schuh positiv gestimmt. „Es ist ein wunderschöner Beruf, in dem man im Guten mitarbeiten kann.“