Wohlhabende sollen Spenden. Die Zahl der Personen, die positiv auf Covid-19 getestet werden, steigt im Bezirk stetig. Mit Stand 18 Uhr meldet das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage im Bezirk 170 Erkrankte. In Waidhofen an der Ybbs sind inzwischen 19 Fälle bekannt. Zu Wort meldet sich indessen Amstettens Ex-Stadtchef Herbert Katzengruber und regt eine Aktion nach dem Vorbild von "Licht ins Dunkel" an. Er fordert vor allem Spenden von Wohlhabenden ein.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. März 2020 (19:14)
Amstettens Bürgermeister außer Dienst, Herbert Katzengruber, schlägt zur Bewältigung der Krise im Land eine Spendenaktion nach dem Vorbild von "Licht ins Dunkel" vor.
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Einen ersten Krankheitsfall hat heute die Gemeinde Allhartsberg gemeldet und auch in Neuhofen an der Ybbs hat der Coronavirus weiter um sich gegriffen. Bürgermeisterin Maria Kogler meldet inzwischen vier infizierte Personen. 

Viele Menschen machen derzeit im Bezirk aus der Not eine Tugend und bringen sich kreativ und handwerklich ein, um ihren Beitrag zur Krisenbewältigung zu leisten. So nähen Freiwillige zum Beispiel behelfsmäßige Schutzmasken für das Rote Kreuz in St. Valentin oder die Caritas-Mitarbeiterinnen in der mobilen Pflege in Amstetten. Aber auch die Gemeinden nutzen ihre personellen Ressourcen sinnvoll. In Weistrach stellen etwa Kindergartenhelferinnen, die dort derzeit nicht benötigt werden, älteren Menschen dringend benötigte Medikamente zu.

Ex-Stadtchef fordert Wohlhabende zum Spenden auf

In Amstetten tritt, ob der sich immer mehr verschärfenden Coronakrise im Land, Bürgermeister außer Dienst, Herbert Katzengruber (SPÖ), mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit. Er regt an, zur Unterstützung von Krankenhäusern sowie Rettungs- und Hilfsorganisationen bei der Beschaffung von notwendiger Ausrüstung und Medikamenten, eine Aktion nach dem Vorbild von „Licht ins Dunkel“ ins Leben zu rufen. 

Auf die Idee gebracht haben ihn die Spenden von Sportgrößen wie Messi, Ronaldo oder Federer. „Wir haben doch auch in Österreich viele Wohlhabende – darunter über 300.000 Millionäre – denen einige hundert oder tausend Euros, eventuell auch eine Milllion, nicht abgehen würden. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass sich so ziemlich alle Abgeordneten und viele Kommunalpolitiker - ausgenommen jene, die in verantwortlicher Funktion jetzt alles in den Gemeinden managen müssen - an so einer Aktion beteiligen würden“, sagt der ehemalige Stadtchef. Er wäre natürlich auch selbst bereit, einen namhaften Betrag beizusteuern.

Katzengruber glaubt nicht, dass "dieser Wahnsinn bald vorüber ist. Denn was kommt da noch aus Asien oder Afrika auf die Welt zu? Durch die globalisierte Wirtschaftswelt und die Reisetätigkeit sind solche Pandemien auch künftig zu erwarten. In Ländern wo die hygienischen Bedingungen desolat sind, breiten sie sich noch schneller aus. Mir wird ganz schwummelig, wenn ich an all das denke. Wir haben da weltweit ein riesiges Problem."