St. Peter in der Au: Anrainer beschweren sich über Roma-Camp

Aktualisiert am 09. Juli 2022 | 17:16
Lesezeit: 3 Min
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18 Wohnwagen stehen auf der Wiese an der Sportplatzstraße. Die Anrainer sind davon nicht begeistert.
Foto: privat
Auf einer Wiese an der Sportplatzstraße in St. Peter in der Au standen tagelang 18 Wohnwagen der Volksgruppe der Roma.
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Für die Anrainer war das eine Herausforderung. Die Gemeinde sah sich mit Beschwerden konfrontiert und hatte selbst keine Freude mit den "Gästen". Die Roma haben am Samstagnachmittag St. Peter verlassen.

Wir berichteten:

"Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen sie, aber ein Wohnwagen steht nicht einmal drei Meter von meinem Gartenzaun entfernt und es geht um ihr Verhalten, das nicht unseren Regeln entspricht", sagt Anrainer Klaus Haider. So würden die Roma zum Beispiel ihre Waschmaschinen einfach in die Wiese stellen und  sich auch nicht um eine Müllentsorgung oder gar Mülltrennung scheren.

"Und bei 60 bis 70 Leuten fällt da eine Menge an. Die Gemeinde ist schon einmal mit einem Traktor gekommen um den Abfall abzutransportieren. Ich sehe nicht ein, dass ich Kanalgebühr und Abfallgebühr zahle und sie sich an nichts halten müssen", sagt der verärgerte Bürger. Er erzählte auch von Lärmbelästigung durch Notstromaggregate, die bis ein Uhr morgens lautstark laufen. "Ich rede ja mit ihnen und sie sagen mir, dass sie hier Urlaub machen, weil es ihnen in St. Peter so gut gefällt", berichtet der Anrainer.

Das Areal, auf dem die Wohnwagen stehen, gehört zum Großteil der Gemeinde, ein Stück auch einem privaten Besitzer. Für die Anrainer steht aber vor allem die Gemeinde in der Pflicht: "Es gäbe sicher andere Standorte beim Gewerbepark, wo keine Anrainer gestört wären. Und wenn man schon nicht fähig ist, sie vom Gelände zu weisen, dann sollte man eine Kaution von zum Beispiel 5.000 Euro verlangen, für die Kosten die durch ihre Lebensweise anfallen. Dann würden sie sich sicher überlegen, ob sie so schnell noch einmal wieder kommen. Wichtig wäre auch, dass ihnen niemand gegen Bezahlung Strom und Wasser gibt", sagt Haider.

Bürgermeister Johannes Heuras hat auch keine Freude mit den "Gästen". "Aber sie kommen ohne sich anzumelden und schaffen Fakten, indem sie sich einfach hinstellen. Sie wieder loszuwerden ist dann nicht so einfach. Die einzige Möglichkeit wäre eine Besitzstörungsklage, die aber auch Zeit in Anspruch nimmt", bedauert der Ortschef. 

Amtsleiter Josef Maderthaner sieht in den unerwünschten Besuchern ebenfalls ein "großes Problem. Ich habe jeden Tag ein bis zwei Telefonate mit Anrainern die sich beschweren. Das fahrende Volk stellt sich einfach auf eine Wiese hin und man hat eigentlich keine Handhabe, es rasch wieder loszuwerden", sagt er.

Alle Betroffenen hoffen nun, dass der Spuk am Samstag vorbei ist, denn für diesen Tag haben die Romas ihre Abfahrt angekündigt. Dann wollen sie mit ihren, zum Teil von Mercedes und sogar von einem Porsche gezogenen, Wohnwägen weiterreisen. "Und wir müssen uns dann Gedanken machen, wie wir verhindern, dass sie nächstes Jahr wiederkommen. Da brauchen wir eine Lösung", sagt Maderthaner.

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