Pläne für "Amstettner Stadtbad" präsentiert

Seit Freitag liegen nun die Pläne für das neue "Amstettner Stadtbad" des Grazer Architekturbüros Gobli auf dem Tisch. Vom ursprünglichen Rohentwurf den ÖVP und Grüne im Frühjahr präsentierten und der ja einen Aufschrei vieler Bürger und auch der SPÖ zur Folge hatte, ist wenig geblieben. „Wir haben die geplanten Phasen 1 und 3 des Projekts zusammengezogen und uns bei den Plänen ganz an den Wünschen der Amstettner orientiert“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP). „Es wird ein Bad von der Bevölkerung für die Bevölkerung.“

Hermann Knapp
Hermann Knapp Erstellt am 08. Oktober 2021 | 17:32

Im Sportbecken des Hallenbades werden den Vereinen und auch den Schulen künftig sechs statt bisher vier Bahnen zur Verfügung stehen. Statt derzeit rund 400 werden künftig 620 Gäste im Bad Platz haben.

„Mir ist es ein besonderes Anliegen, dass Kinder Schwimmen lernen und Sportbegeisterte ihren Aktivitäten nachgehen können. Bei all dem wollen wir aber auch nicht auf den Spaßfaktor für Familien vergessen“, betont Haberhauer.

PlanStadtbadAmstetten.pdf (pdf)

Das bisherige Erlebnisbecken wird daher adaptiert, der Kinderbereich mit einer Beckentiefe von 20 bis maximal 40 cm vergrößert. Ein Highlight für die Jugend wird im Hallenbad eine neue Rutsche sein, die vom Obergeschoss über den Außenbereich geführt werden soll und schließlich in ein separates Becken im Hallenbad mündet.

Außenbereich mit zwei Becken

Der Außenbereich des Freibades wird völlig neu gestaltet. Dort soll es künftig zwei Becken geben: eines mit 25 mal 15 Metern und eines mit 20 mal 16 Metern. Auf den Liegeflächen werden rund 1.000 Badegäste Platz haben. Für die Kinder ist ein Wasserspielpark (280 Quadratmeter) geplant.  Auch eine neue Rutsche, die ebenfalls in ein eigenes Becken mündet, sieht der Plan vor. 

Vom Bad und somit vom Zahlbereich getrennt, soll auf dem Gelände zudem ein frei zugänglicher Park im Ausmaß von 12.000 Quadratmetern entstehen - mit einem Multifunktions-Funcourt und zwei Beachvolleyballplätzen sowie einem Motorikpark.

Größte "Natur im Garten"-Fläche

"Wir schaffen auf dem Areal die größte ,Natur im Gartenfläche'-Niederösterreichs und stellen sie der Bevölkerung kostenlos zur Verfügung", sagt Vizebürgermeister Dominic Hörlezeder und versichert, dass bei der Umgestaltung kein einziger Baum gefällt werden wird.

Der Grünpolitiker hebt auch hervor, dass beim Neubau besonders auf Energieeffizienz und Ökologie Wert gelegt wird. "Wir werden das Dach des Hallenbades begrünen und auch eine 400 Quadratmeter große Photovoltaikanlage installieren", verspricht Hörlezeder.

Das Freigelände wird auch vom Ybbsuferbegleitweg über die schon bestehende Unterführung unter der B1 zuglänglich sein. "Es ist uns ein Anliegen, dass möglichst viele Bürger diese grüne Oase der Stadt bequem erreichen können", betont der Grünpolitiker. Der Freibereich wird Besuchern voraussichtlich von 8 bis 22 Uhr offen stehen und dann gesperrt - auch um Vandalenakten vorzubeugen.

Neuer Gastrobereich

An der Westseite des Hallenbades wird ein Gastro-Bereich mit Terrasse und Lounge errichtet. "Uns geht es darum, auf diesem großen Freizeitareal mit dem Bad, dem Stadion und auch der Pölzhalle einen Wirt zu verorten, der das ganze Jahr über für seine Gäste da ist", betont Bürgermeister Haberhauer.

Im selben Gebäude-Komplex wie das Gasthaus sollen aber auch Vereine angesiedelt werden: Die Sportschützen, der Segelfliegerverein und der ESV-ZV-Schisport, der von der Eggersdorfer Straße dorthin übersiedeln wird. 

Zeitplan und Kosten

Der neue Plan wurde, so Haberhauer, bereits per Umlaufabstimmung der Parteien beschlossen. Mit 30. April 2022 wird das Bad zugesperrt und mit den Abrissarbeiten begonnen. Die Wiedereröffnung ist für Jänner 2024. geplant.

Die ursprünglich geplanten 14 Millionen Euro sind inzwischen auf 19 Millionen Euro angewachsen. "Allerdings muss man dazu sagen, dass wir ja die ursprüngliche Bauphase drei, also die Errichtung der Freibecken, vorziehen. Und wir bauen ein zusätzliches Gebäude für die Gastronomie und die Vereine um rund 2,5 Millionen Euro, das ursprünglich gar nicht vorgesehen war, das uns aber auch wieder Einnahmen bringen wird. Insgesamt betrachtet, halten wir unseren finanziellen Rahmen also ein."

Keine Sauna in Sicht

Derzeit nicht in Sicht ist eine Umsetzung der sogenannten Bauphase 2. Eine Sauna ist auf dem Freibadgelände nun nämlich überhaupt nicht mehr vorgesehen. In diesem Zusammenhang verweist der Bürgermeister aber auf die geplante Sportstrategie, im Zuge derer, auch über ein derartiges Projekt auf einem möglichen anderen Standort im Umfeld des Bades beraten werden könne.