2.000 Hektar Wald und Acker unter Wasser

Erstellt am 11. Juni 2013 | 00:00
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Foto: NOEN
Hoher Schaden / An der Donau sind etwa 200 Betriebe von den Fluten betroffen. Manche werden kein Futter für ihre Tiere ernten.
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Von Hermann Knapp

BEZIRK AMSTETTEN / Rund 2.000 Hektar Ackerfläche und Wald setzten die Donaufluten in der Vorwoche unter Wasser. „Die Schäden sind jetzt schon enorm, werden aber immer größer, weil das Wasser sehr langsam abfließt. Wir haben jetzt noch immer ein fünfjährliches Hochwasser“, erklärte Ardaggers Ortschef Hannes Pressl am Freitagnachmittag. Die Pflanzen seien zwar widerstandsfähig, würden letztendlich aber doch erstickt. Teilbezirks-Bauernbundobmann Franz Lehner bestätigt, dass die Landwirte in der Au hart getroffen wurden. „Es gibt einige Betriebe, die dort ihre gesamte Futtergrundlage haben. Jetzt ist die Ernte kaputt - Getreide, Mais, Rüben. Die Landwirte werden kein Futter für ihre Tiere bekommen. Das wird in manchen Fällen sicher dramatisch.“

Schlimm sei auch, dass die Flut so früh kam, die Bauern hätten deswegen noch keine Futtergrundlage.

Grundsätzlich können die Landwirte mit einer 20-prozentigen Entschädigung je Kultur rechnen. „Aber in besonderen Härtefällen, hoffen wir, dass es auch noch eine höhere finanzielle Unterstützung gibt“, sagt Kammersekretär Franz Buber.

Infoveranstaltung für 

Bezirksbauernkammerobfrau Maria Lechner kündigt an, dass es am 18. Juni im Gasthaus Kremslehner eine Versammlung geben werde, bei der man mit den Betroffenen das Prozedere besprechen wolle. Schadenskommissionen sollen das Ausmaß der Einbußen feststellen: „Bis Ende Juni werden wir da sicher Arbeit haben. Natürlich sollen die Bauern aber ihre Entschädigung so schnell wie möglich bekommen.“

Hilfe wird es für die Landwirte auch dabei geben, möglichst günstig Futter zu beschaffen. Großteils soll der Bedarf in der Region gedeckt werden.

Landtagsabgeordneter Anton Kasser betont, dass das Land schon zehn Millionen Euro für die Katastrophenhilfe freigegeben hat. „Wir werden alles tun, um den Leuten Zuversicht zu geben, damit sie weiterwirtschaften.“ Rund ein Zehntel aller Betriebe im Bezirk sind von Hochwasserschäden betroffen: „An der Donau sind es etwa 200 und im restlichen Mostviertel etwa 50“, sagt Bundesrat und Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum. „Sie brauchen jetzt schnelle und unbürokratische Unterstützung.“

Betroffen sind natürlich auch Waldbesitzer. In den Forsten liegt zum Teil meterhoch der Schlamm. „Bei uns in Wallsee sind einem Landwirt sogar drei Hektar Wald abgerutscht. Wenn es nochmals regnet, könnten sie in der Donau landen“, sagt Wallsees Ortschef Hans Bachinger.

Wie viele Tiere zu Schaden gekommen sind, lässt sich kaum schätzen. Rehe und Hasen dürften nur wenige überlebt haben.

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