Erstellt am 03. August 2015, 09:45

von Ingrid Vogl

20 Jahre Kampf: Umfahrung wird gebaut. Landesverwaltungsgericht wies alle Einwände zurück. Diese Woche startet die Ausschreibung. Baubeginn ist für November geplant, die Fertigstellung für Ende 2017.

Anrainersprecher Herbert Pühringer ist froh, dass die Umfahrung der B123 endlich gebaut werden kann. Foto: Vogl  |  NOEN, Ingrid Vogl
Die Bürger in Ennsdorf und St. Pantaleon-Erla dürfen endlich aufatmen. Die 14.000 Fahrzeuge, die sich tagtäglich durch Windpassing und Pyburg schlängeln, werden bald der Vergangenheit angehören.

Einer Umfahrung der B123, die seit über 20 Jahren im Gespräch ist, stehe aus rechtlichen Gründen nämlich nichts mehr im Wege, wurde am vergangenen Samstag vom Land NÖ verlautbart.

„Bin 65 und froh, dass es endlich gut gegangen ist“

Gute Nachrichten, auf die vor allem die leidgeplagten Anrainer schon sehnsüchtig gewartet haben. „Mit 45 habe ich für eine Umfahrung zu kämpfen begonnen. Jetzt bin ich 65 und froh, dass es endlich gut gegangen ist“, freut sich Anrainersprecher Herbert Pühringer.

Dass die Umfahrung endlich kommt und die Bürger in den beiden Ortsteilen entlastet werden, war für ihn schon überfällig. „Das ist ja kein Zustand mehr. Man kann bei den Häusern nicht mehr aus- und einfahren, so dicht ist der Verkehr“, schildert er die Probleme der Betroffenen.

Alle Beschwerden vom Gericht abgewiesen

Dass das Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts diesmal „in unserem Sinne sein soll“, wusste der im Ausland urlaubende Ennsdorfer Bürgermeister Alfred Buchberger bereits Mitte der letzten Woche. Überbringer der erfreulichen Nachrichten sollte er aber nicht sein.

„Es macht keinen Sinn, etwas von hier aus zu sagen. Es ist auch vereinbart, dass seitens des Landes ein grundsätzliches Statement für beide Bürgermeister abgegeben wird“, erklärte er.

Dieses folgte am Samstag. Landeshauptmann Erwin Pröll betonte darin, dass das Land Niederösterreich voll hinter dem Projekt stehe. „Zum einen werden die Bürger vom Durchzugsverkehr entlastet. Zum anderen bedeutet das mehr Sicherheit und Lebensqualität“, erklärte Pröll.

x  |  NOEN, Schlemmer


Wie es mit der Umfahrung nun genau weitergeht, darüber wird man die Gemeindebürger diese Woche informieren, hat sich Anrainersprecher Herbert Pühringer vorgenommen. Nachdem die Vorinformationen zu dem Umfahrungsprojekt ja bereits seit April bekannt sind, wird es bei der Ausschreibung ein verkürztes Verfahren geben, weiß Pühringer.

Diese Woche wird der NÖ Straßendienst die Arbeiten für die Errichtung der Umfahrung ausschreiben. Der Baustart mit Erdarbeiten ist für November geplant. Die Verkehrsfreigabe der 14 Millionen Euro teuren Umfahrung soll dann mit Ende des Jahres 2017 erfolgen.


Info:

Chronologie:

  • Seit den 1970er Jahren ist eine Umfahrung im Gespräch

  • 1993 beschloss der Ennsdorfer Gemeinderat eine Resolution an das Land NÖ.

  • Anfang 2013 erfolgte die Ausschreibung für den Bau des Projektes. Diese wurde aufgrund von Verfahrensfehlern vom Land NÖ wieder gestoppt.

  • Mit Erkenntnis vom 28. November 2014 hob der Verwaltungsgerichtshof den Straßenbaubewilligungsbescheid aufgrund eines Einspruches auf.

Die Umfahrung:

  • Länge: 2,5 Kilometer

  • Kosten: 14 Millionen Euro

  • Baustart: November 2015

  • Verkehrsfreigabe: Ende 2017

  • derzeit in den Ortsdurchfahrten Pyburg und Windpassing rund 14.000 Fahrzeuge pro Tag (hoher LKW-Anteil mit 20 Prozent)

  • Entlastung durch Umfahrung: bis zu 85 Prozent