Corona im Bezirk Amstetten: "Distanz ist bester Schutz". Keine Entspannung: Auch von Samstag auf Sonntag ist die Zahl der Erkrankten (inklusive der Gesundeten und leider auch der verstorbenen Personen) weiter gestiegen. 218 positiv auf Covid-19 getestete Personen weist das Gesundheitsministerium mit Stand 5. April, 10 Uhr, für den Bezirk Amstetten aus. Er führt damit weiterhin die NÖ-Statistik vor dem Bezirk St. Pölten-Land (216) an.

Von Red. Amstetten und Andreas Kössl. Erstellt am 05. April 2020 (11:08)
Symbolbild
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In Waidhofen an der Ybbs ist der Stand mit 22 Erkrankten seit einigen Tagen stabil. Elf der 22 erkrankten Personen sind in Waidhofen bereits wieder genesen. Drei Personen sind in Folge einer Covid-19-Erkrankung verstorben. 160 Personen befinden sich in der Statutarstadt derzeit in häuslicher Quarantäne.

Neue Infektionsfälle werden seit gestern Samstag aus der Stadt Amstetten gemeldet. Dort gibt es inzwischen 45 Erkrankte.

Politisch entspinnt sich in der Bezirkshauptstadt derzeit eine Diskussion über die Friedhöfe. Diese sind seit Beginn der Corona-Krise geschlossen.

Die türkis-grüne Stadtregierung argumentiert, dass die Gräber ja gerade von Personen besucht werden, die zur Hochrisikogruppe gehören und man sie schützen wolle. Die SPÖ spricht sich für eine Öffnung der Friedhöfe aus - unter Einhaltung strenger Vorsichtsmaßnahmen. Man reagiere da auf einen vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung. In vielen Gemeinden in NÖ sind die Friedhöfe übrigens zugänglich.

Sehr eindringlich hat gestern Vizebürgermeister Markus Brandstetter auf Facebook davor gewarnt, den Umgang mit dem Corona-Virus auf die leichte Schulter zu nehmen. Sein Statemtent sei hier im"Orignalton" wiedergegeben.

"Gerade mit einer guten Freundin telefoniert, die nun selbst im engsten Familienbereich durch Corona betroffen ist.
Die Auswirkungen sind gravierend und kurzfristig war auch die Pflege einer älteren Frau völlig offen. Ursache für die Ansteckung - menschliche Dummheit, ein nicht gemeldeter Fall. So konnte sich das Virus in Windeseile verbreiten! Konsequenz, viele die gerade jetzt für die Pflege benötigt werden sind nun zu Hause! 
Wo dies passiert ist? Nicht in China, nicht in Italien, nicht in Spanien! Direkt vor der Haustüre, in unserer Heimatgemeinde! Wer nun glaubt Regeln lockern zu müssen geht aus meiner Sicht den falschen Weg!
Das Virus ist heimtückisch, es kommt über Freunde, Verwandte und flüchtige Begegnungen. Es macht nicht Halt vor sozialer Stellung oder Vermögen. Distanz ist der beste Schutz, um nach dieser herausfordernden Zeit wieder seine Freunde und Familie in die Arme nehmen zu können und sich über eine gute gemeinsame Zeit zu freuen."

In Euratsfeld ist die Zahl der Infizierten inzwischen auf 12 angewachsen. "Ich ersuche euch eindringlich, den Anordnungen und auch den Empfehlungen der Bundesregierung und der Gesundheitsbehörden Folge zu leisten! Nur so können wir diese Krise gemeinsam ohne großen Schaden überstehen", fordert Bürgermeister Johann Weingartner daher die Bevölkerung auf.

Auch aus Ardagger meldet Bürgermeister Johannes Pressl zwei neue Infektionsfälle. Dabei handelt es sich aber um Personen, die mit einem Erkrankten in einem Haushalt lebten und daher schon länger keinen Kontakt mit anderen Menschen hatten. Insgesamt gab es seit Ausbruch der Krise in Ardagger 39 Erkrankungen. 

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