Bezirk Amstetten: Nur Einzelne proben den Aufstand

Erstellt am 19. Januar 2022 | 04:22
Lesezeit: 4 Min
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Firmeninhaber Andi Polt, Kundenberater Werner Radl mit Verena und Kurt Schwödiauer bei der Eintrittskontrolle (von links).
Foto: Penz
Die 2G-Regel wird im Handel seit letzter Woche genau kontrolliert. Bisweilen gibt es auch kleinere Unstimmigkeiten.
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Ins Möbelhaus Polt in St. Peter kommen die Kunden zumeist nur nach Terminvereinbarung. Daher ist die zeitgleiche Besucherfrequenz nie wirklich hoch, sodass auch jeder Kunde gleich im Eingangsbereich kontrolliert werden kann. Es ist zwar kein eigener Mitarbeiter hierfür abgestellt, aber die Büroräumlichkeiten befinden sich ohnehin in unmittelbarerer Eingangsnähe. Daher kann alles gut überblickt und können alle Eintretenden auch lückenlos kontrolliert werden.
„Es funktioniert eigentlich ganz problemlos und unaufgeregt. Die Eintretenden zeigen sich sehr einsichtig und halten oft sogar schon ihren 2G-Nachweis – zumeist das Handy – in ihren Händen und sind froh, unter diesen Sicherheitsmaßnahmen das Möbelhaus derzeit überhaupt betreten zu dürfen“, schildert Firmenchef Andi Polt die gegebene Situation, die auch für ihn effektiv und sinnvoll zu sein scheint.

Der Großteil der Kundschaft im Handel trägt also die 2G-Kontrollen gerne mit und begrüßt sie sogar. Manchmal aber entlädt sich auch der Frust und wird der Zorn darüber bei den Mitarbeitern abgeladen, die in den Geschäften die 2G-Kontrollen durchzuführen haben. Soetwas passiert etwa – wenn auch selten – im Bau- und Heimwerkermarkt der Firma forster’s, wo auch beim Eintreten oder spätestens an der Kasse beim Bezahlen die Kontrollen penibel vorgenommen werden. „Ich informiere mich tagtäglich auf der Website der Wirtschaftskammer über die geltenden Erlässe, Abholservice nach Bestellungen oder auch der Kauf von Agrarprodukten ist ja ohnehin für jeden auch ohne 2G möglich. Einige wenige aber werfen uns schon vor, bei uns zum ersten Mal derart genau kontrolliert worden zu sein oder eh nur zwei Schrauben zu benötigen“, weiß Edeltraud Forster zu berichten.

Kundenfrequenz ist massiv eingebrochen“

Geschäftsführer Christian Dunkl vom Fachgeschäft für Wohnen und Schlafen in Amstetten drückt sein Bedauern über den allgemeinen Rückgang der Einkaufsfrequenz aus. Probleme mit verärgerten Kunden hat er nicht: „Unsere Kunden zeigen den 2G-Nachweis meist unaufgefordert beim Betreten des Geschäftes vor. Es kam aber schon vor, dass Kunden mein Geschäft aufgrund der Ausweispflicht verlassen haben. Dem Handel das Kontrollieren aufzubürden, ist außerdem eine Amtsanmaßung und nicht in Ordnung“, betont Dunkl. 

Einen Corona-bedingten Kundenrückgang beklagt man auch im Modehaus Kutsam in St. Valentin. „Da 25 Prozent der Österreicher keinen 2G-Nachweis haben und daher nicht shoppen dürfen, merken wir das leider schon in den Umsätzen. Wir hoffen, dass die Situation bald besser wird“, erklärt Johannes Behr-Kutsam. Bei den 2G-Kontrollen seien jedoch fast alle Kunden verständnisvoll. „Wir weisen unsere Kunden mit einem Plakat am Eingang auf die Situation hin und kontrollieren selbstverständlich alle 2G-Nachweise. Die meisten Kunden kommen daher mit FFP2-Maske und bereits gezücktem 2G-Nachweis“, ergänzt er. Wer keinen 2G-Nachweis hat, kann im Onlineshop einkaufen und per Click-und-Collect vorbestellte Ware abholen.

Im Thalia Amstetten werden die 2G-Nachweise entweder gleich beim Eingang oder bei der Kassa kontrolliert, je nachdem, wie groß der Andrang ist. „Der Großteil unserer Kunden hat Verständnis dafür. Bisher gab es zum Glück nur eine Person, die unfreundlich zu einer Mitarbeiterin war. Die Situation ist für beide Seiten ungut. Wir haben aber unsere Dienstanweisungen, denen wir nachkommen müssen, unabhängig von unserer persönlichen Meinung zu den Maßnahmen“, sagt Geschäftsführerin Doris Schweiger.

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