Bezirk Amstetten: Staatliche Prämien ausgeschöpft. Allein im Bezirk Amstetten wurden bis 28. Februar 4.945 Anträge auf Investitionsförderung des Bundes gestellt.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. April 2021 (05:54)
ÖVP-Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer berichtet über Licht und Schatten in der Wirtschaft des Bezirks.
Knapp, Knapp

Zur Bewältigung der Corona-Krise hat der Bund für die Unternehmen eine Investitionsförderung ins Leben gerufen, die auch im Bezirk auf große Resonanz gestoßen ist.

„Insgesamt wurden bis 28. Februar 4.945 Antrage gestellt, davon 1.834 im Bereich der Ökologisierung, 1.152 im Bereich der Digitalisierung und elf im Bereich Life-Science“, berichtet Wirtschaftsbundobfrau und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer. Diese Projekte lösten ein Gesamtinvestitionsvolumen von 720 Millionen Euro aus. „Wenn das alles in den nächsten Jahren umgesetzt wird, wird das ein wahrer Wirtschaftsturbo für die Region“, versichert die ÖVP-Politikerin.

Für Investitionen im Bereich Ökologisierung, Digitalisierung und Gesundheit/Life-Science beträgt die Prämie 14 Prozent, im klassischen Bereich (Bau von Gebäuden, Kauf von Maschinen etc.) immerhin sieben Prozent der Gesamtkosten in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses.

Weil der Andrang auf diese Prämien so groß war, hat der Bund inzwischen die dafür ursprünglich vorgesehene Summe von drei Milliarden Euro auf fünf Milliarden aufgestockt. „Damit sollten alle Projekte, die bis 28. Februar eingereicht wurden, auch tatsächlich bedient werden können. Neueinreichungen sind aber nicht mehr möglich“, sagt Hinterholzer.

Ursprünglich war vorgesehen, dass alle Projekte bis 2023 fertiggestellt sein müssen, diese Frist dürfte aber verlängert werden. Grund dafür ist die Überhitzung der Bauwirtschaft. „Die Auftragsbücher sind auch in der Region voll und die Baufirmen können die Projekte kaum abarbeiten. Wir sind fast wieder auf dem Stand von 2019 und das war ein sehr gutes Jahr. Ein großes Problem ist, dass der Export nach Amerika und China wieder voll angesprungen ist und uns diese Länder die Rohstoffe absaugen. Daher sind zum Beispiel Holz und Dämmstoffe derzeit knapp.“

Licht und Schatten in der Wirtschaft

Auch die Industriebetriebe in der Region laufen, so Hinterholzer, schon wieder extrem gut. Sie ortet in der Wirtschaft aber eine Polarisierung, die sich ex-trem zuspitzt. Denn neben den Branchen im Aufwind gibt es auch solche, auf die die Corona-Krise nach wie vor extrem durchschlägt.

„Dazu gehören kleinere Handelsbetriebe, aber auch die köpernahen Dienstleister, die Gastronomie und die Hotellerie. Ich bin da auch immer wieder mit emotionalen Ausbrüchen konfrontiert und ich verstehe die Leute sehr gut. Wenn man mit Leib und Seele einen Betrieb führt und arbeiten will und das nicht kann, dann ist das natürlich extrem frustrierend. Leider kann ich aber auch nicht helfen“, bedauert die ÖVP-Politikerin. Die geplanten Öffnungsschritte mit 19. Mai seien aber zumindest ein Hoffnungsschimmer.

Dass mit dem Auslaufen der Kurzarbeit im Juni die Zahl der Arbeitslosen stark steigen wird, befürchtet Hinterholzer nicht. „Aus der Gastronomie höre ich eher die Sorge, dass Personal inzwischen in andere Branchen abgewandert ist, und vor allem Handwerksbetriebe suchen jetzt schon verzweifelt Mitarbeiter.“

Mit einer Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent im Bezirk Amstetten und 3,7 Prozent im Raum Waidhofen lag die Region im März unter dem Landesschnitt. In Amstetten waren 2.303 Personen als arbeitslos vorgemerkt (minus 36,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und in Waidhöfen 442 (Minus 45,6 Prozent).